Heinsberg: Millionenprojekt: Ein neues Logistikzentrum für das Krankenhaus Heinsberg

Heinsberg : Millionenprojekt: Ein neues Logistikzentrum für das Krankenhaus Heinsberg

Manchmal ergeben sich Dinge beinahe zwangsläufig aus Notwendigkeiten heraus. So auch beim geplanten Neubau eines Logistikzentrums mit rund 1450 Quadratmetern zusätzlicher Nutzfläche am Städtischen Krankenhaus in Heinsberg.

„Die Notwendigkeit ergibt sich aus der Entwicklung des Krankenhauses“, erklärte Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder jetzt bei der Präsentation des neuen Bauvorhabens.

Von 1991 bis heute habe sich die Bettenzahl im Krankenhaus etwa verdoppelt, meinte Dieder, der auch Chef des Verwaltungsrates ist. Die Zahl der Mitarbeiter sei etwa um 70 Prozent gestiegen, was etwa der Zunahme an Patienten entspreche. Dieder erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass erst im Jahr 2015 der 10.000. stationäre Patient im Krankenhaus begrüßt worden sei. Mittlerweile liege die Zahl schon bei 11.000 erklärte Krankenhaus-Geschäftsführer Heinz-Gerd Schröders.

Manche Neuerung hatte es in den letzten rund zehn Jahren gegeben. So wurde zum Beispiel in den Jahren 2009/2010 das Medizinische Zentrum angegliedert. Im Jahr 2012 wurden zum Beispiel die Palliativstation und die neue Ambulanz in Angriff genommen. In diesem Jahr erwartet Schröders noch die Fertigstellung der Erweiterung der Gynäkologiestation.

„Nachdem wir auf den Stationen viel gemacht haben, wollen wir jetzt im Logistikbereich nachziehen.“ Es gebe definitiv ein Flächendefizit nicht nur im Hinblick auf Läger, Technik oder Umkleidemöglichkeiten für das Personal, erläuterte der Klinik-Chef.

Das neue Gebäude, dessen Bau im Herbst dieses Jahres starten soll, wird entlang der Stiftsstraße entstehen und den Bereich zwischen Medizinischem Zentrum und dem Traditionscafé Louis schließen. Ein Teil des Bürgersteiges wird dazu überbaut. Die Linden, die dort bislang stehen, müssen weichen. Das habe allerdings noch einen anderen Grund, wie Bürgermeister Dieder erklärte, denn das nach oben drängende Wurzelwerk der zum Teil morschen Bäume habe den Gehweg mit den Jahren zur wahren Stolperfalle gerade für ältere oder gehbehinderte Menschen werden lassen. „Das Pflaster hat durch die Bäume schwer gelitten“, sagte Dieder. An anderen Stellen auf dem Krankenhausgelände soll dennoch ein pflanzlicher Ausgleich geschaffen werden, betonte Schröders.

Über eine geschlossene Brücke wird das neue Gebäude dem Krankenhaus angegliedert. Es besteht aus dem Erdgeschoss und vier Obergeschossen. Im Erdgeschoss werden Werkstätten für Schlosser, Elektrotechniker sowie Heizung und Sanitär entstehen. Technikläger und die technische Leitung werden hier ebenfalls untergebracht. Im ersten Obergeschoss ist die Bettenreparatur und -aufbereitung angesiedelt, auch das Bettenlager sowie Medizintechnik, Malerwerkstatt und Krankenhausreinigung. Im zweiten Obergeschoss sind die Zentralumkleiden mit Sanitäreinrichtungen und Berufswäschemagazin vorgesehen. Das dritte Obergeschoss ist der EDV und einem Medizinischen Konferenzzentrum vorbehalten. Das vierte Obergeschoss dient als Schulungszentrum.

Insgesamt ist die Maßnahme mit 2,35 Millionen Euro Baukosten angesetzt. 400.000 Euro flössen jährlich in die Kasse der Klinik als Fördergeld vom Land NRW für entsprechende bauliche Maßnahmen, erläuterte Schröders. Bis zum Jahr 2007 habe es noch eine projektbezogene Einzelförderung gegeben, die dann jeweils beantragt werden musste. Das sei heute eben anders geregelt. Theoretisch könnte das Krankenhaus für die Baukosten einen Kredit aufnehmen, den es dann mit dem jährlichen Fördergeld abträgt. Wie genau die Heinsberger vorgehen werden, sagte Schröders allerdings nicht.

Mehr von Aachener Nachrichten