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Das Jahr 2018 in Heinsberg: Menschen, die das Jahr bestimmten

Das Jahr 2018 in Heinsberg : Menschen, die das Jahr bestimmten

Kochende Musiker, jecke Geistliche, kreative 80-Jährige und andere Talente standen in diesem Jahr bei uns in den Schlagzeilen.

Laschet hört zu

Es ist keine leichte Aufgabe für CDU-Ministerpräsident Armin Laschet, als er im November die Ortschaften Erkelenz-Kuckum und Keyenberg besucht. Dort spricht er mit den Anwohnern, deren Heimat für den Braunkohletagebau Garzweiler verschwinden soll. Er ist der erste Ministerpräsident von NRW, der das direkte Gespräch sucht – und sich den Fragen der Betroffenen bei diesem emotional aufgeladenen Thema stellt. Er steht im Regen, beziehungsweise unter einem Schirm und kassiert Pfiffe. Er hört zu, nimmt Hausaufgaben mit nach Düsseldorf, ein konkretes Datum für den Kohleausstieg nennt er nicht. Die Dorfspaziergänge von Kohlegegner Michael Zobel sollen 2019 weitergehen.

Michel Saran ist 2018 80 Jahre alt geworden. Foto: Dettmar Fischer

Maler feiern

Gleich zwei Ausnahmekünstler aus dem Kreis Heinsberg feierten in diesem Jahr ihren runden Geburtstag. Michel Saran und Professor Dieter Crumbiegel sind 80 Jahre alt geworden. Saran wird zu seinem Ehrentag vom Begas-Haus und vom Kunstverein Region Heinsberg mit jeweils einer Ausstellung seiner Werke gewürdigt. Ruhestand im Alter? Das kommt für Saran nicht in Frage. Auch Crumbiegel widmet sich nach wie vor der Malerei, zu groß ist bei ihm die Neugier, um aufs Altenteil zu wechseln. Er hätte an seinem Geburtstag wohl lieber gemalt als gefeiert. Seine Leidenschaft gilt der abstrakten Kunst. Mit Farben und Formen macht er sich auf zu immer neuen Gipfeln. Ihn interessiere nach wie vor das Unterwegs-Sein, nicht das Ankommen, sagt er.

Dieter Crumbiegel feierte 2018 seinen 80. Geburtstag. Foto: Dettmar Fischer

James Blunt rockt

Das ist schon etwas Besonderes, als kein  geringerer als Popstar James Blunt im August beim Festival „Sommermusik Schacht 3“  auftritt, das zum ersten Mal in Hückelhoven stattfindet. Der Brite hat in diesem Jahr bei seiner Welttournee „The Afterlove“ schon in Nordamerika, Südamerika, Neuseeland und Russland gespielt – und im Sommer eben in Hückelhoven, vor der beeindruckenden Kulisse der  Zeche Sophia Jacoba. 3000 Fans jubeln Blunt zu, als der Sänger seine Hits wie „Your’re Beautiful“, „High“ und „Goodbye my Lover“ spielt. Die Messlatte für das kommende Jahr ist dank James Blunt hochgesetzt. Im kommenden Jahr sollen Roland Kaiser und Angelo Kelly auftreten.

Sänger James Blunt. Foto: Thomas Brill

 Lukas Jansen gewinnt

Lukas Jansen hat ein besonderes Talent: die Musik. Damit kann er im März den Talentwettbewerb auf der Euregio-Wirtschaftsschau in Aachen gewinnen. Der 16-jährige Süsterseeler überzeugt die sechsköpfige Jury und 300 Zuschauer mit seiner Eigenkomposition „That‘s my dream“. Er setzt sich damit gegen 22 Talente, darunter 19 Sänger, durch. Als Preis gibt es für ihn nicht nur 500 Euro in bar, sondern auch die Chance, bei verschiedenen Festen und Festivals in der Region aufzutreten, darunter das Europa-Festival in Kohlscheid, beim Bürgerfest in Eilendorf oder beim Multi-Kulti-Fest in Aachen. Seinen Sieger-Song kann man auf Youtube klicken.

Lukas Jansen kann Klavier und Gitarre und zwar so gut, dass er nicht nur bei einem Talentwettbewerb mitgemacht, sondern auch gewonnen hat. Foto: Rainer Herwartz

Krautmacher kocht

Die Goldene Schlemmer-Ente, die Auszeichnung der Stadt Wassenberg als Veranstalter des Schlemmer-Marktes Rhein-Maas und unserer Zeitung, fliegt im August Henning Krautmacher zu. Der Frontmann der Kölner Band Höhner ist neben seinem Beruf als Sänger nämlich auch leidenschaftlicher Koch und Kochbuchautor. Krautmacher hat bereits fünf Bücher herausgegeben:  „Kölsch für ze müffele“, „Hennings Suppen“, „Kölsche Tapas“, „Kölsche Sushis“, „Kölsche Pasta und Pizza“. Er erhält mit der Goldenen Schlemmer-Ente den Ehrenpreis, der bereits seit 1997 an Persönlichkeiten verliehen wird, die sich um die Förderung der Ess- und Trinkkultur verdient gemacht haben.

Der Sänger Henning Krautmacher. Foto: Henning Kaiser

Tahnee sahnt ab

Die Heinsbergerin Tahnee Schaffarczyk ist ein aufstrebender Stern am Comedy-Himmel. Im Juni erfolgt der Ritterschlag: Sie erhält beim Prix Pantheon den Jurypreis in der Kategorie „Frühreif und Verdorben“. Das Bonner Kleinkunsttheater Pantheon vergibt den Prix Pantheon seit 1995. Er gilt als einer der renommiertesten Satirepreise im deutschsprachigen Raum und Gradmesser der gesamten Kleinkunstszene. Schaffarczyk, die im März 2017 die Nachfolge von Luke Mockridge beim Comedyformat Nightwash übernahm und in diversen Gastauftritten bei Kaya Yanar, Bülent Ceylan und Mario Bart zu sehen war, ist seit Herbst 2016 mit ihrem ersten Soloprogramm „#geschicktzerfickt“ auf Tournee.

Kellys büffeln

Eine spezielle Schulstunde für die Kellys gab es im Juni an der Heinsberger Sonnenscheinschule. Natürlich nicht für alle Kellys, aber Angelo Kelly, seine Frau Kira und zwei seiner Kinder waren da. Für Joseph, sieben Jahre, und Emma, zwölf Jahre, war es sogar der erste Tag an einer „richtigen“ Schule. Sie werden sonst zu Hause unterrichtet, weil sie oft auf Tournee gehen. Die zwei sollten erleben, wie ein normaler Tag an einer Schule aussieht. Aber so ganz normal war der Besuch an der Schule nicht, denn Kameraleute von RTL führten die Regie im Klassenraum. Dass Emma und Joseph bald auf die Sonnenscheinschule wechseln, ist aber auch nicht wahrscheinlich, sie leben derzeit in Irland.

Musiker Angelo Kelly. Foto: Ingo Wagner

Lausbub jubiliert

In dieser Session, genauer im Jahr 2019, jährt sich das närrische Bühnenjubiläum für Manfred Schaffrath zum 55. Mal. Der Karnevalliebhaber tritt seit 1980 gemeinsam mit Uwe Hillers als das Duo „2 Lausbuben“ auf. Bereits im Jahr 1964 stand er auf der Bühne, damals mit seinem Vater – da war er 14 Jahre alt. Jetzt sind die Bühnen im rheinischen Karneval sein Zuhause. Humor und Gesang – begleitet von zwei Gitarren ist die Kombination, die die „2 Lausbuben“ seit fast 40 Jahren auszeichnet und ihnen etwa Auftritte in der Westfalenhalle Dortmund oder dem Eurogress in Aachen einbringt. Zurecht befindet Schaffrath: „Es gibt im rheinischen Karneval kein Duo, das so lange zusammen ist wie wir.“

Foto: grafik

Druyen folgt Berufung

Der Mai ist ein ganz besonderer Monat für Michael Druyen, denn da wird er im Hohen Dom zu Aachen von Bischof Dr. Helmut Dieser zum Priester geweiht. Druyen kommt so seiner Berufung nach, die er seit dem Kindesalter gespürt hat: Schon in der Grundschule gibt er als ersten Berufswunsch „Priester“ an, absolviert aber nach der Schule zunächst eine Ausbildung zum Mechatroniker und später ein Studium der Elektrotechnik an der RWTH Aachen. Letztlich folgt er seiner Berufung doch: Jetzt ist er als Kaplan der GdG Heinsberg-Waldfeucht für die Pfarreien Heinsberg, Schafhausen, Unterbruch, Laffeld, Straeten, Waldenrath und Aphoven zuständig.

Michael Druyen feiert seine Primiz. Foto: Anna Petra Thomas

Dreigestirn spaltet

Es ist ein ganz besonderes Dreigestirn, das im Frühjahr in Heinsberg regiert: Propst Markus Bruns, Pfarrer Martin Jordan und Pfarrvikar René Mertens als Prinz Markus, Bauer Martin und Jungfrau Reni. Wird das geistliche Dreigestrin in Heinsberg gefeiert und die Stimmung in der Kirche begrüßt, hagelt es von konservativen Gläubigen jedoch auch Kritik: Gott oder die Welt, Kirche oder Karneval heißt es da. Besonders an dem Höhepunkt der Session, der Karnevalsmesse, nehmen konservative Katholiken Anstoß. Auf der Internetseite „kathnews“ ist etwa von „blasphemischer Geschmacklosigkeit“ die Rede. Das Bistum Aachen sucht das Gespräch mit den Geistlichen. Der Zuspruch der Bürger bleibt.

Propst Markus Bruns, Rene Merten, Martin Jordans sind in der Session 2018 ein ganz besonderes Dreigestirn, nämlich ein geistliches. Foto: Anna Petra Thomas

Die Themen des Jahres aus Heinsberg gibt es hier.