Meisterkonzert mit Yaara Tal und Andreas Groethuysen

Hörgenuss : Bestes Klavierduo der Welt spielt ein VHS-Meisterkonzert in Erkelenz

Beim zweiten VHS-Meisterkonzert der Saison musizierten die israelische Pianistin Yaara Tal und ihr deutscher Partner Andreas Groethuysen – und bildeten gemeinsam die vollkommene Symbiose an den Tasten.

Im Rahmen des regionalen Festivals „Klavier entlang der Rur“, mitveranstaltet von con brio, den Freunden der Kammermusik Hückelhoven und der Jugendmusikschule Heinsberg, fand in der Stadthalle das zweite Meisterkonzert der VHS des Kreises Heinsberg in der laufenden Saison statt. Auf dem Programm standen Werke von Mozart, Mendelssohn-Bartholdy, Schumann und Debussy. Es musizierten die israelische Pianistin Yaara Tal und ihr deutscher Partner Andreas Groethuysen. In allen großen Konzerthäusern gelten die beiden für viele Kritiker als das derzeit beste Klavierduo der Welt. Und das Publikum in der Erkelenzer Stadthalle konnte sich davon überzeugen, dass diese Einordnung wohl nicht übertrieben war. Jeder spielte für sich absolut virtuos, zusammen bildeten sie so etwas wie eine vollkommene Symbiose. Dabei gelang s ihnen vor allem, verborgene Schätze der Musikliteratur ans Licht beziehungsweise ins Gehör zu bringen.

Das Konzert begann mit „Sonate für Klavier zu vier Händen D-Dur KV 381) von Wolfgang Amadeus Mozart. Er war 16 Jahre alt, als er dieses Werk für sich und seine Schwester, die er liebevoll „Nannerl“ nannte, komponierte und das sie dann mehrmals in privatem Rahmen vortrugen. Und mit diesem Werk begann das eigentliche Klavierspiel zu vier Händen, weil vorher vier Hände auf dem Cembalo mit seinen kürzeren Tasten vor allem für Kinder spielbarer waren. Originelle Melodik, vielfache Wiederholung der verschiedenen Themen, Ruhe und Innigkeit strahlten eine gewinnende Wirkung aus.

Danach hörten die Gäste von Felix Mendelssohn-Bartholdy „Oktett Es-Dur op. 20 (Fassung zu zwei Händen vom Komponisten)“. Ursprünglich für acht Streicher gedacht und als Geburtstagsgeschenk für seinen Lehrer vom 16-jährigen Felix geschrieben, nimmt das Werk Themen aus Goethes Walpurgisnacht auf, ohne diese direkt in Musik umzusetzen. Vielmehr umspielt er die Geisterwelt und nutzt ihre Besonderheiten kontrapunktisch aus.

Nach der Pause zunächst von Robert Schumann „Studien in Kanonform für Tasteninstrumente mit Pedal op. 56/1-6 (Bearbeitet für zwei Klaviere von Claude Debussy)“. Ursprünglich war das Werk komponiert für einen Flügel mit einem Pedal wie bei der Orgel (weil der Komponist Orgelspielen üben wollte). Die Bearbeitung von Debussy holt sozusagen die verborgenen Schönheiten dieses Werkes hervor und lässt seine räumlichen Klangfarben erklingen.

Zum Schluss dann „La Mer (Fassung André Caplet)“ von Claude Debussy. Er nannte sein fertiges Stück „Das Meer: drei symphonische Skizzen für Orchester“. Mit diesem Titel wird schon angedeutet, dass es nicht um eine realistische Beschreibung dessen geht, was man sich gemeinhin beim Wort „Meer“ vorstellt, nämlich Wellen, Rauschen, Brandung und salzige Luft. Debussy überschreitet diese Äußerlichkeiten und will den Charakter des Meeres ergründen, indem er seine Musik aller Äußerlichkeiten entkleidet und sie in reinen Klang münden lässt.

Nach sehr viel Beifall und Blumen gab es als Zugabe noch einmal Debussy – eine wahrhaft gute Erinnerung an sein 100. Todesjahr. Und eine erneute Bestätigung der außerordentlichen Kunst von Yaara Tal und Andreas Groethuysen.

(hl)