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Polizeieinsatz in Lützerath: Mehrere Aktivisten überwinden Absperrung

Polizeieinsatz in Lützerath : Mehrere Aktivisten überwinden Absperrung

Aktivisten störten am Mittwochmittag mehrfach die Abrissarbeiten der Ortschaft Lützerath bei Erkelenz. Sie kletterten über die Absperrzäune. Ein Mensch besetzte einen der Bagger. Die Polizei musste eingreifen.

Nachdem der Dienstag ohne Zwischenfälle verlief, versuchten am Mittwoch mehrere kleine Gruppen von Braunkohlegegnern, die Absperrzäune der RWE- Baustelle in Lützerath zu überwinden. Zur Mittagszeit gelang es zunächst zwei Menschen aus einer Gruppe heraus die Zäune zu übersteigen, teilte die Polizei mit.

Die Beamten und Mitarbeitern des RWE- Sicherheitsdienstes hinderten sie an einem weiteren Betreten des Abrissgeländes. Gegen beide stellt die RWE einen Strafantrag wegen Hausfriedensbruch. Die Polizei hat die Ermittlungen gegen die Tatverdächtigen aufgenommen. Nach Maßnahmen zur Feststellung ihrer Identität wurden sie vor Ort wieder entlassen.

Am Nachmittag gelang es dann einem weiteren Menschen, ebenfalls aus einer Gruppe heraus, über die Zäune zu klettern und unter Lebensgefahr einen Bagger während der laufenden Abrissarbeiten zu besteigen. RWE stellte die Arbeiten darauf ein. Nach rund eineinhalb Stunden verließ der Aktivist freiwillig das Arbeitsgerät wieder.

Beiden Aktionen vorausgegangen waren, von größeren Gruppierungen initiierte, teils tumultartige Situationen oder vermeintliche Laufspiele direkt vor den Augen der Polizeikräfte, offenbar um diese abzulenken. Polizeikräfte hätten mit einfacher körperlicher Gewalt die bis zu 40-köpfige Gruppe von den Zäunen gedrängt. Verletzt wurde nach jetzigen Erkenntnissen niemand.

 In Lützerath überwanden Aktivisten die Absperrungen. Einer besetzte einen Bagger. Die Arbeiten wurden kurzzeitig gestoppt.
In Lützerath überwanden Aktivisten die Absperrungen. Einer besetzte einen Bagger. Die Arbeiten wurden kurzzeitig gestoppt. Foto: MHA/Christoph Pauli

In dem zu Erkelenz gehörenden Dorf Lützerath werden derzeit leerstehende Wohnhäuser von bereits umgesiedelten Einwohnern abgerissen. Der Ort soll dem Braunkohletagebau Garzweiler II weichen.

(red/pol)