Heinsberg: Martinsessen in der Christuskirche: „Teilen trennt nicht, sondern verbindet“

Heinsberg : Martinsessen in der Christuskirche: „Teilen trennt nicht, sondern verbindet“

Gut gefüllt waren das Kirchenschiff und der Nebenraum der Heinsberger Christuskirche zum traditionellen Martinsessen schon, bevor der neue Schirmherr Heinz-Gerd Schröders die gut verschlossenen Behälter öffnete und enthüllte, dass es Grünkohl und Mettwurst gab — so wie in jedem Jahr.

Pfarrer Sebastian Walde freute sich sehr, dass neben Kunden der Heinsberger Tafel vor allem viele Gönner der Einrichtung für bedürftige Menschen gekommen waren, um der Tafel mit Spenden fürs Essen bei ihrer Arbeit zu helfen.

„Es braucht schon ein bisschen Mut, sich in diesen Tagen in einer Kirche zu versammeln“, erklärte Walde in seiner Begrüßung mit Blick auf das Attentat in einer Kirche in Texas. Seine Gäste seien da schon eine ganz „spezielle Anti-Terroreinheit“, die mit offenem und verletzlichem Herzen für die Not anderer Menschen einstehe, sagte er mit einem Blick in die Geschichte. Immerhin habe der Heilige Martin auch einmal als Krieger begonnen.

Schön sei, dass die Gäste des Martinsessens in der Christuskirche in jedem Jahr neu die Erfahrung machen könnten, dass das Teilen nicht trenne, sondern verbinde. „Es freut mich sehr, dass diese Tradition hier Wurzeln gefasst hat und weiterwächst.“ Vom Herbst und von Zauberzwergen sangen dann die Kinder der Heinsberger Sonnenscheinschule, danach die Kinder mit Müttern und Vätern aus der Krabbelgruppe der evangelischen Kirchengemeinde, die sogar ihre kleinen Laternen mitgebracht hatten.

In diesem bunten Lichtermeer übergab der alte Schirmherr, Realschulleiter Albert Zaunbrecher, offiziell die Martinslaterne der Tafel an seinen Nachfolger Heinz-Gerd Schröders, Geschäftsführer des städtischen Krankenhauses. Hinzu kam ein Scheck über 1000 Euro, die ihm die Kinder der Sonnenscheinschule aus dem Erlös ihres Sponsorenlaufs rund um den Lago überreichten. Schröders bedankte sich sehr und versprach den Grundschülern, damit viel Gutes zu tun zu Weihnachten für Menschen, die bedürftig seien. In diesem Sinne reichte er den Scheck gleich weiter an Pfarrer Walde in seiner Funktion als Vorsitzender der Heinsberger Tafel.

Bevor es dann ans Essen ging, verteilte Walde noch fünf rote Stoffstücke, die wie in jedem Jahr einen Teil von Martins Mantel symbolisieren sollten. Sein damit verbundener Dank ging zunächst an Gülsen Litherland vom Deutschen Roten Kreuz für die gute Kooperation in der Flüchtlingshilfe, an Uwe Pfeil für die Initiative „Strahlende Kinderaugen“, die ebenfalls Unterstützer der Tafelaktion zu Weihnachten ist, an Uwe Jackait vom Jugendcafé „LoonyDay“, das mit der Hilfe ehrenamtlicher Köchinnen einen Mittagstisch für bedürftige Kinder bietet und an Nazim Yildirim, der einen Teil des Erlöses aus dem Blutspendewettbewerb des 1. FC Heinsberg-Lieck an die Tafel gespendet hatte.

Das fünfte Stück Stoff erhielt schließlich Volker Kratz, den Geschäftsführer der Alten- und Pflegeheime St. Josef mit Sitz in Höngen, der sich spontan bereiterklärte, die Schirmherrschaft für das Martinsessen 2018 zu übernehmen.

Dann aber war der Hunger groß genug, sodass Grünkohl und Mettwurst, aber auch Putengeschnetzeltes und Nudeln reichlich „Absatz“ fanden, ebenso wie eine Mischung aus Vanille- und Schokopudding zum Nachtisch. Die Verteilung des vom Krankenhaus gespendeten Essens übernahmen natürlich ebenfalls Schirmherr Heinz-Gerd Schröders und seine Kollegen vom Krankenhaus.