Mannschaftsfoto mit Hitlergruß: Staatsschutz ermittelt

SC 1920 Myhl : Mannschaftsfoto mit Hitlergruß: Staatsschutz nimmt Ermittlungen auf

Das Foto, auf dem sieben Fußballspieler und ein Sponsor des SC 1920 Myhl den Hitlergruß zeigen, zieht weitere Kreise. Die Kriminalinspektion Staatsschutz im Polizeipräsidium Aachen, die politisch motivierte Kriminalität verfolgt, hat Ermittlungen aufgenommen.

Ermittelt werde gegen „alle, die auf dem Foto den Arm gehoben haben“, teilte Sprecher Andreas Müller unserer Zeitung auf Anfrage mit.

Wenn die Zeugenvernehmungen abgeschlossen seien, werde „das Verfahren an die Staatsanwaltschaft zur rechtlichen Würdigung abgegeben“.

Zu dem Foto hatte der Sponsor, der Betreiber eines Dönerladens in Wassenberg, die Spieler im Anschluss an einen offiziellen Fototermin in seinem Geschäft animiert. Im Anschluss veröffentlichte er das Bild auf seiner privaten Facebookseite, löschte es aber bereits nach wenigen Minuten wieder. Da war es schon vielfach geteilt worden und erreichte auch unsere Redaktion. Der Sponsor verteidigte die Aktion als „Satire“. Als Reaktion auf den Vorfall entzog der Vorstand des SC 1920 Myhl den Spielern mit sofortiger Wirkung die Vereinsmitgliedschaft.

Derweil hat sich der Dürener Jo Ecker, Initiator der bundesweiten Aktion „Fußballvereine gegen Rechts“, mit den sieben Spielern getroffen. Diese hätten seiner Ansicht nach „aus Übermut und falschem Ansporn den Hitlergruß gezeigt“, sagte Ecker unserer Zeitung. Er sei „der sicheren Überzeugung, dass es sich hier nicht im entferntestem um junge Menschen handelt, die auch nur annähernd eine rechte Gesinnung haben“. Die Aktion tue den Männern unheimlich leid.

(tp)
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