Konzert für Alt-68er: Manfred Geilhaupt überzeugt Zuhörer mit Können und Humor

Konzert für Alt-68er : Manfred Geilhaupt überzeugt Zuhörer mit Können und Humor

Seinen eigenen Weg zu gehen, das gelang Manfred G. überzeugend mit seinem Soloprogramm und den gecoverten Titeln von Rock ´n Blues der 1960er und 1970er Jahre in der Galerie Noack. Dass er dazu ein humorvoller Erzähler und Entertainer ist, zeigte er bei dem Hutkonzert und war das i-Pünktchen auf einen unterhaltsamen Abend für die Generation der Alt-68er.

Hinter dem Kürzel Manfred G. steckt Prof. Dr. Manfred Geilhaupt, ehemals Leiter des Fachgebiets Physik am Fachbereich Textil- und Bekleidungstechnik an der Hochschule Niederrhein. Nun ist er begeisterter und begeisternder Musiker, der in der Band „Pisa“ gemeinsam mit Eckart Krause (Wassen-Jazz), Andreas Lankenfeld und anderen Jazzgitarre spielt, aber auch mit seinem Soloprogramm unterwegs ist und mit eigenwilligem Stil Songs von Johnny Cash, Cat Stevens, Elvis, den Eagles bis zu Paul Simon & Art Garfunkel interpretiert.

Zur persönlichen Note seiner Interpretationen wie „Father and Son“ von Cat Stevens, „Folsom Prison Blues“ von Johnny Cash, „In the Ghetto“ von Elvis oder „Fifty Ways“ von Simon & Garfunkel ergänzten seine Geschichtchen rund um die Entstehung der bekannten Songs die Musikgeschichte um eine humorvolle Variante. Dass manchmal der Schalk hervorlugte, wenn er Personen aus dem Publikum in die Gestaltung seines Programms einbezog, war erfrischend unterhaltsam, aber niemals respektlos.

So lautete denn auch sein Einstieg in das Programm, als er auf die Frage, wie denn sein Programm heiße, augenzwinkernd formulierte: „Anfang — Mitte — Ende“. Im Übrigen sei die Auswahl der mehr als 20 Titel davon geleitet worden, dass alle Songs von anderen Menschen an ihn herangetragen worden seien.

Können und Humor

Manfred G. reizte seine sonore Stimme in bester Abstimmung mit seinem Spiel auf der elektrisch verstärkten Akustikgitarre aus. Highlights an diesem Abend waren seine Interpretationen von „Bridge over Trouble Water“ von Simon & Garfunkel wie auch „I am I said“ von Neil Diamond. Spätestens mit diesen Beiträgen hatte er das Publikum auf seine Seite gezogen. Wenn die dabei aufkommende Nostalgie in Sentimentalität umzukippen drohte, brachte eine humorvolle und witzige Bemerkung die Stimmung wieder in die richtige Bahn.

Kleinere Missgeschicke wie einen Fehlgriff bei seinen Gitarrenläufen überspielte er in charmanter Weise und fügte Bemerkungen an wie: „Das habe ich alles so geplant“. So war es folgerichtig, dass neben der Zugabe „Streets of Philadelphia“ der letzte Beitrag von Manfred G. „I did it my way“ lautete.

Einen sympathischen Vollblutmusiker mit einem rund zweistündigen Programm konnte ein mitgehendes Publikum erleben. Wer den Professor der Physik und Musiker ebenso erleben will, der hat dazu Anfang Dezember ein weiteres Mal Gelegenheit. Manfred Geilhaupt spielt dann Jazz mit der Band „Pisa“ in der Galerie Noack.