LVR startet Forschungsprojekt in Keyenberg

Geschichte am Tagebaurand : Forschungsprojekt in Keyenberg geplant

Erstmals soll die Ortsgeschichte im bedrohten Dorf über Jahre untersucht und dokumentiert werden

Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) plant ein umfassendes Forschungs- und Dokumentationsprojekt, das er in Zusammenarbeit mit Heimatverein der Erkelenzer Lande und den Keyenberger Einwohnern starten möchte. Darüber hat der Verband nun informiert.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Erkelenz, Günther Merkens, wies auf die große Bedeutung des Projekts hin, gerade in den vom Braunkohleabbau bedrohten Ortschaften die Erinnerung an die Kultur und Geschichte zu bewahren und nachfolgenden Generationen aufzuzeigen, was dort verloren geht und bereits ging.

Verschiedene Wissenschaftszweige

Dr. Dagmar Hänel, Leiterin des LVR-Institutes für Landeskunde und Regionalgeschichte, stellte das Projekt vor. Erstmals soll am Beispiel der Ortschaft Keyenberg die Ortsentwicklung von der Entstehung erster Siedlungsformen bis in die Gegenwart mit den aktuellen Veränderungsprozessen untersucht und dokumentiert werden. Dies soll über Jahre mit unterschiedlichen Wissenschaftszweigen geschehen.

So stellte der Archäologe Dr. Alfred Schuler die grundlegende Bedeutung der Erforschung der Besiedlungsgeschichte des Niersquellgebietes im Frühmittelalter vor. Dr. Anja Schmid-Engbrodt vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz berichtete über die überaus interessanten kulturgeschichtlichen Ergebnisse, die die Erforschung ehemaliger Hofanlagen bisher ergaben. In einem ersten Schritt werde ein Film über die St.-Sebastianus-Bruderschaft und ihre Bräuche gedreht.

Um dieses kulturell umfassende Projekt in Keyenberg durchführen zu können, bitten die Projektpartner die Keyenberger um ihre Mithilfe, durch das Erzählen ihrer Geschichten, durch Einblicke in ihre Umwelt und durch die freundliche Unterstützung der Forscher.

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