Schumann in neuem Licht: Lutz Görner, Nadia Singer und Edward Leash nehmen sich des Komponisten an

Schumann in neuem Licht : Lutz Görner, Nadia Singer und Edward Leash nehmen sich des Komponisten an

Einen Abend mit Robert Schumann hatte der Vortragskünstler Lutz Görner im Gepäck. Er ist seit Jahren immer wieder in Erkelenz zu Gast, vornehmlich in der Leonhardskapelle. Dabei versteht er es immer, das Publikum zu faszinieren und mitzunehmen auf eine Reise zu den Künstlern, über die er spricht. Diesmal also Schumann.

Vorweg so viel: Das Thema und die vortragenden Künstler hätten ein volleres Haus verdient und sicherlich auch bekommen, wenn nicht quasi zeitgleich in St. Lambertus die international bekannte Jazzmusikerin Barbara Dennerlein ein Orgelkonzert gegeben hätte. Görner nahm dies gelassen hin und verwies seinerseits auf das Können Dennerleins und den damit verbundenen musikalischen Genuss für die Konzertbesucher. Den gab es jedoch auch für diejenigen, die den Weg in die Leonhardskapelle und zu Schumann gefunden hatten.

Görner stellte den 1810 in Zwickau geborenen Komponisten anhand von Briefen und autobiografischen Erinnerungen sehr lebendig und menschlich dar. Mal mitfühlend, mal augenzwinkernd präsentierte Görner Fakten über einen Menschen, ohne ihn bloßzustellen. Gemeinsam erlebte man seine durchaus ungewöhnliche Kindheit, hörte Passagen seiner Autobiografie, die er schon als Teenager verfasste, und erlebte ihn als verliebten jungen Mann, der die Tochter seines Klavierlehrers gegen alle Widerstände heiratete. Schumanns Eindrücke als junger Mann und später als gereifter Künstler spiegeln sich natürlich in seinen Werken wider.

Jetzt kommen Nadia Singer und Edward Leash ins Spiel. Sie präsentierten im Wechsel zu Görners Ausführungen die passenden musikalischen Werke. Nadia Singer gab den Kompositionen durch ihr Spiel am Flügel eine fröhliche und leichte Note. Der britische Tenor Edward Leash unterstrich dies durch seinen Vortrag und harmonierte ausgezeichnet mit seiner Kollegin.

Kein Wunder, denn beide sind aufeinander eingespielt und gewannen zusammen schon die Internationale Robert-Schumann-Competition in Frankfurt. Das Repertoire reichte von den optimistischen und jugendlichen Kompositionen der frühen Jahre bis hin zu den teils melancholischen Vertonungen des Buches der Lieder von Heinrich Heine.

Die Zuhörer erlebten einen Abend, der ihnen lange in Erinnerung bleiben wird und der ihnen den Komponisten und Menschen Robert Schumann in einem neuen Licht zeigte.

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