Logistikzentrum: Bau hat sich verzögert

Ein Objekt für 2,35 Millionen Euro : Bau des Logistikzentrums am Krankenhaus hat sich verzögert

Noch sind die Erdarbeiten in vollem Gange. Anfang Mai soll die Bodenplatte liegen und dann geht es auch schon in die Höhe. Na ja, „schon“ trifft es wohl nicht ganz, denn der Baubeginn des neuen Logistikzentrums am Städtischen Krankenhaus in Heinsberg an der Stiftsstraße sollte eigentlich bereits im Herbst letzten Jahres sein.

Gleich mehrere Gründe hatten für die Verschiebung um rund ein halbes Jahr gesorgt, wie Klinikchef Heinz-Gerd Schröders auf Nachfrage unserer Zeitung erläuterte. Zunächst einmal hatte sich die Verlagerung der Sauerstoffanlage, die bislang hier ihren Platz hatte, als schwieriger und aufwendiger erwiesen als gedacht. Und dann gab es im Erdreich noch einige Überraschungen. „Wir haben noch alte, nicht mehr in Betrieb befindliche Grundleitungen gefunden, die beseitigt werden mussten“, sagt Schröders.

Doch die größte Verzögerung hatte sich aus einem ganz anderen Grund ergeben. Denn den Bau ereilte das gleiche Schicksal wie schon Monate zuvor die Heinsberger Höfe auf der gegenüber liegenden Straßenseite. Zwar wurde hier kein komplettes Fragment der alten Heinsberger Stadtmauer nebst Befestigungsanlage gefunden, aber durchaus verräterische Verschuttungen, die auch hier die Denkmalschützer auf den Plan riefen. Der Kampfmittelräumdienst, der im Dezember die obligatorische Suche nach alten, gefährlichen Weltkriegshinterlassenschaften startete, war in ganz anderer Hinsicht fündig geworden.

Um später einen möglichst realistischen Verlauf der Befestigungsanlagen des alten Heinsberg nachzeichnen zu können, würden nun alle Funde akribisch festgehalten, sagt Schröders. Bei jedem der 32 Pfähle, die bis zu sieben Meter tief in die Erde eingelassen werden, haben die Denkmalschützer nun ein waches Auge, damit ihnen nichts entgeht. Auf den Pfählen soll die Bodenplatte ruhen, die, so hofft Schröders, Anfang Mai fertig sein soll. Dann rechnet er, wenn alles gut läuft, noch mit etwa einem Jahr Bauzeit bis das Logistikzentrum mit rund 1450 Quadratmetern zusätzlicher Nutzfläche bezogen werden kann.

Die Aufteilung

So wird die neue logistische Zentrale des Städtischen Krankenhauses nach ihrer Fertigstellung im nächsten Jahr einmal aussehen. Foto: Stadt Heinsberg

Das neue Gebäude wird den Bereich zwischen Medizinischem Zentrum und dem Traditionscafé Louis schließen. Ein Teil des Bürgersteiges wird dazu überbaut. Nötig geworden war der Bau, der mit 2,35 Millionen Euro veranschlagt wurde, weil sich die Bettenzahl im Krankenhaus von 1991 an etwa verdoppelt hat. Auch die Zahl der Mitarbeiter ist bis heute etwa um 70 Prozent gestiegen.

Über eine geschlossene Brücke wird das neue Gebäude dem Krankenhaus angegliedert. Es besteht aus dem Erdgeschoss und vier Obergeschossen. Im Erdgeschoss werden Werkstätten für Schlosser, Elektrotechniker sowie Heizung und Sanitär entstehen. Technikläger und die technische Leitung werden hier ebenfalls untergebracht. Im ersten Obergeschoss ist die Bettenreparatur und -aufbereitung angesiedelt, auch das Bettenlager sowie Medizintechnik, Malerwerkstatt und Krankenhausreinigung.

Im zweiten Obergeschoss sind die Zentralumkleiden mit Sanitäreinrichtungen und Berufswäschemagazin vorgesehen.

Das dritte Obergeschoss ist der EDV und einem Medizinischen Konferenzzentrum vorbehalten. Das vierte Obergeschoss dient als Schulungszentrum.

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