Wegberg: Löschmeister Jackels in Topform

Wegberg : Löschmeister Jackels in Topform

So kennt ihn sein Publikum, so liebt es ihn. Löschmeister Josef Jackels (Marc Breuer), zweifellos herausragender Löschgruppenführer der Freiwilligen Feuerwehr in Schluppendorf, ist immer ein wenig atemlos. Ob vor Nervosität oder vor Begeisterung das variiert schon mal. Und er ist in wichtiger Mission unterwegs: Die Feuerwehr Schluppendorf braucht neue Mitglieder.

Wer könnte zur Mitgliederwerbung besser geeignet sein, als dieser liebenswerte Sympathieträger, der Feuer und Flamme ist für die Feuerwehr? Es war seine ideale Zielgruppe, die da vor ihm in der Wegberger Mühle saß. „Leute zwischen 18 und 68, die auch mal ein Stündchen Zeit haben.“ Und Anmeldezettel ließ er gleich zu Beginn seines Programms „Löschen, retten, Keller Leerpumpen“ durch den Saal gehen.

Glaubt man seinen Freunden, trinkt er vor dem Auftritt eine Flasche Baldriparan auf Ex, aber dann stürzt er sich auf die Bühne und läuft zu Hochform auf. Präsentiert „selbstgesprochene Jingels“, die die Wartezeit am Alarmtelefon der Feuerwehr verkürzen, outet sich als Romantiker und plaudert über seinen Hund, einem „Golden Receiver“, der Schülersprecher der Hundeschule ist. Ins Schwärmen gerät er beim neuen Feuerwehrauto, einem LF 14, in dem es sogar einen „GPS-gestützten Christophorus“ gibt. Wen wundert es da, dass er seine These anhand von technischen Daten mühelos beweisen kann: „Der neue Feuerwehrauto ist besser als wie der alte Feuerwehrauto.“

Seine Freunde hat er mitgebracht. Feuerwehr-Hilfspraktikant Richard Borowka organisiert die Schluppendorfer Ladies-Night und schickt Omas auf Räuberleitern. Gebrauchtwagenhändler Heribert Oellers empfiehlt sich als Citroen-Händler des Vertrauens, weil „die Italiener eben was von Autos verstehen.“ Vorort-Rockstar Manni, the Voice, Mertens von der Band „Top-Sound“ tobt mit Tiger-Tanga über die Bühne und rockt den Saal mit „Rauch auf der Straße.“ Als „musikalisches Chamäleon“ erobert Friedhelm Schlüper, Leiter des Schluppendofer Männerchores, im roten Sakko und mit Merkel-Raute die Bühne.

Und schafft etwas, was es so wohl noch nicht gegeben hat in der Wegberger Mühle. Begeistert stimmt das Publikum in „Mein Vater ist ein Wandersmann“ ein. In atemberaubenden Tempo wechselt Marc Breuer Kostüme und Identitäten, fünf Kostümwechsel allein in den ersten 35 Minuten. Und das Publikum quietscht vor Vergnügen. Wer sich trotzdem nicht bei der Schluppendorfer Feuerwehr angemeldet hat, ist selbst schuld. Die Chance war da.

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