Wassenberg: Limburg-Festival begeistert mit Natur und Kultur

Wassenberg: Limburg-Festival begeistert mit Natur und Kultur

Zweisprachig waren die Informationen gehalten und so prangten denn auch die Wörter „Radtour“ und „Fietstocht“ den Interessenten auf den Flyern des „Limburg Festival“ entgegen. Mehrere Hundert Teilnehmer starteten von sechs Ausgangspunkten bei bestem Wetter zu einer Kulturtour per Rad durch die deutsch-niederländische Grenzregion.

Mehr als 500 Teilnehmer würden auf deutscher Seite erwartet, zeigte sich Marcel Winkens, Mitarbeiter der Stadt Wassenberg, am Startpunkt Burg Wassenberg erfreut. An sechs Startpunkten konnten die Radfahr- und Kulturbegeisterten bei der Rundtour einsteigen. Wer alle Punkte aufsuchte, hatte das Vergnügen, in Wassenberg, Ophoven und Birgelen auf deutscher Seite sowie in Vlodrop und Herkenbosch auf niederländischer Seite jeweils musikalische, akrobatische und schauspielerische Darbietungen genießen zu können.

In Ophoven erwartete die Besucher des Limburg-Festival niederländischer Pop von Daan Spelman mit Jerom van der Blom (Bild oben) und in Birgelen „Fuman Musicoloco“ mit seiner clownesken Musikshow (unten). Fotos (3): jwb Foto: jwb

Mit rund 32 Kilometer war die gesamte Runde diesseits und jenseits der Grenze zu bewältigen. Alternativ stand eine verkürzte Runde mit 20 Kilometer Länge im Angebot. Bei bestem Wetter startete die Runde an der Burg mit der Vorführung von „Ariane und Roxana“ — zwei ausgebildeten Artistinnen.

Ariene und Roxana zeigten Akrobatik voller Harmonie in Wassenberg . Foto: jwb

Die Kraft des Gemeinsamen

„Wir haben unsere Kunstfähigkeit studiert“, betonte Ariane im Gespräch. Den Bachelor-Abschluss habe man schon in der Tasche, den Masterabschluss noch im Visier. Zu den Ausbildungsinhalten würden Krafttraining, Akrobatik, Jonglieren, Tanz und Choreographie, Schauspiel und Theater wie Kunsttheorie gehören. Seit vier Jahren arbeiteten sie zusammen in ihrer Company in Frankreich. Und was sie in ihrem zwölfminütigen dauernden Ausschnitt ihrer Show dann boten, war begeisternd.

Mit langsamer Musik untermalt boten sie eine getanzte Geschichte von der Kraft des Gemeinsamen, begleitet von fließenden Bewegungsabläufen in perfekter Harmonie. Die dafür notwendige körperliche Kraft trat nicht in den Vordergrund und der Zuschauer sah nur die Leichtigkeit der akrobatischen Figuren beim Jonglieren. Die auch mit der Musik verbundenen synchronen Abläufe schafften ein ästhetisches Gesamtbild für Auge und Ohr.

Nicht minder begeisternd waren die selbstkomponierten Songs von „Speelman en Speelman“ aus den Niederlanden, einem Brüderpaar aus Haarlem in der Nähe von Amsterdam. „Unsere Musik ist niederländischer Pop“, betonte Daan Speelman bei der Vorstellung ihrer Musikrichtung. In Ophoven wurde sein Bruder Joost Spelman von Jerom van der Blom am E-Piano vertreten. Ihre Songs handelten von zwischenmenschlichen Beziehungen, so wie beim ersten Beitrag mit dem Titel „Kuss der Mutter“.

Dass die Musiker ihr Publikum mitzunehmen wussten, zeigte ihr letzter Song mit dem Titel „De laatste Schat“. Eine Eigenkomposition, bei dem die Geschichte vom Ringen um eine Freundschaft vermittelt wurde. Mehr als einhundert Teilnehmer sangen den niederländischen Refrain mehr oder minder gekonnt mit. Es gab nicht nur dafür ein herzliches Lachen über sich selbst. Das schaffte schnell Verbundenheit zwischen Interpreten und Publikum.

In Birgelen trafen die Teilnehmer auf den Musikartisten „Fuman Musicoloco“ aus Spanien. In einem furiosen Beitrag an seiner selbstgebauten Musikmaschine bot er beste Unterhaltung in einer Mischung aus artistischem und clowneskem Vorspielen am Schlagzeug, an der Tuba und weiterem, verwirrenden Instrumenten-Equipment.

Die Maschine habe er selbst gebaut, mit der er seit 2005 in Europa auftrete, verriet er im Gespräch. Eine professionelle Ausbildung zum Jazzmusiker hatte auch er aufzuweisen. Seinen „echten“ Namen verriet er nicht.

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