Lesung von Helmut Wichlatz aus neuem Buch „Zwei Hurensöhne“

Erkelenzer Autor liest aus „Zwei Hurensöhne“ : Helmut Wichlatz lässt es scheppern

„Der neue Wichlatz“. Endlich ist er da. Krimifreunde aus der Region haben wahrscheinlich schon sehnsüchtig auf diese Nachricht gewartet. Als Helmut Wichlatz, Journalist und leidenschaftlicher Autor von Kriminalromanen, einen ersten Vorgeschmack auf sein neues Buch „Zwei Hurensöhne“ gab, war das Café Inclusio komplett gefüllt.

„Kann noch jemand ein paar Stühle organisieren“, hörte man Wichlatz durch das Café rufen. Kurz vor dem ersehnten Beginn herrschte noch immer emsige Betriebsamkeit.

Das Summen der Gespräche und Unterhaltungen verstummte abrupt, als auf der großen Leinwand direkt an der Tür plötzlich ein einprägsamer Text auftauchte: „Die Geschichte zweier Männer, die ein grausames Verbrechen verbindet“, war dort zu lesen. Es folgte ein kurzer, aber dramatischer Einspieltrailer mit schnell wechselnden Bildern von Feuer und grellem Licht, gepaart mit dramatischer Musik. Umso amüsanter war die anschließende kurze Begrüßung. Vorgenommen nicht etwa vom Autor selbst, aber dennoch von einem Wichlatz. Sein Sohn Felix begrüßte die Zuschauer mit grell-grünem Paillettenhut zur ersten Lesung.

„Wir beginnen, wie es sich gehört, mit dem Vorspiel“, verkündete Wichlatz-Senior ganz trocken, schlug sein Buch auf und begann zu lesen. Die Zuhörer durften in die Welt der beiden Heinsberger Polizisten Becker und Hausmann eintauchen, die gerade in einem Haus, natürlich hier in der Region, eine grausige Entdeckung machten. In einer nächsten Szene kamen dann die beiden Hauptprotagonisten, die „zwei Hurensöhne“ ins Spiel. Joker und Askim, zwei Männer, die sich bis aufs Blut hassen und schon krumme und krummste Dinge gedreht haben. Zwei Menschen eben, die einige im Leben nur einmal treffen.

„Wie die Geschichte entstanden ist?“, fragte Helmut Wichlatz. „…aus einer meiner Schreibübungen“, antwortete er gleich selbst. Die Figuren Joker und Askim habe es schon in einigen seiner Kurzgeschichten gegeben, und jetzt sei daraus ein Roman entstanden.

Seine Frau habe ihn teilweise schon ausgeschimpft, weil so viel Kraftausdrücke und Worte, die man eigentlich nicht sagt, in dem Buch enthalten sind, erklärte Wichlatz „Aber eine Geschichte, wo nur einer stirbt, die braucht keiner mehr. Es muss mal ein bisschen scheppern“, fügte er hinzu. Eben ganz ein Wichlatz. Mehr als passend dazu war, dass das Cover seines Buches den Lauf einer Waffe ziert, mittendrin der Titel. So lässt sich dieses neue Werk nicht nur als Kriminalroman, sondern als Thriller bezeichnen. „Denn vielleicht geht es ja auch um nicht weniger als die Zukunft eines Landes, das aus den Fugen geraten ist“, schlug Wichlatz nochmal einen ernsteren Ton an.

Der Gegensatz von Ernsthaftigkeit und humorvollen Passagen prägte auch diesen gesamten Abend. Die Zuhörer durften sich ein eigenes Bild machen. Von dem neuen Buch, von Helmut Wichlatz, und vielleicht auch über den Tellerrand hinausblicken. Bereut hat es jedenfalls keiner.

Mehr von Aachener Nachrichten