Legionellen: Der Kreis Heinsberg gibt Entwarnung

Bakterien in Kühlanlage : Der Kreis Heinsberg gibt nach Legionellenfund Entwarnung

Aktuell liege keine Gefährdung vor, teilte die Kreisverwaltung am Mittwoch mit. Medizinische Einrichtungen wie Arztpraxen und Krankenhäuser sind trotzdem vom Gesundheitsamt informiert worden.

Die Kreisverwaltung gibt nach der Meldung, dass bei einer Firma im Kreisgebiet Legionellen gefunden worden sind, Entwarnung: „Es gibt überhaupt keinen Grund zur Sorge oder gar zur Angst oder Panik“, sagt Amtsärztin Heidrun Schößler nach besorgten Anrufen, die das Gesundheitsamt zum Thema Legionellen erreichten.

Im Kühlkreislauf eines produzierenden Betriebes im Kreisgebiet ist der sogenannte „Maßnahmenwert“ für Legionellen überschritten worden. „Maßnahmenwert bedeutet, dass das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg bei der Überschreitung dieses Wertes tätig werden muss. Zunächst einmal, um abzuschätzen, ob eine Gefährdung vorliegt oder nicht“, teilte die Pressestelle des Kreises mit. Im aktuellen Fall liege keine Gefährdung vor.

Die gemeldete Kühlanlage sei mit Bekanntwerden der Grenzwertüberschreitung unverzüglich abgeschaltet worden. Für Mittwoch hatte die Behörde in dem betroffenen Betrieb eine erneute Messung vorgesehen, um den aktuellen Stand der Legionellenbelastung in diesem firmeneigenen, geschlossenen Wassersystem zu überprüfen und die Wirksamkeit der seitens der Firma getroffenen Maßnahmen zu überprüfen.

„Das Trinkwasser, also auch das Leitungswasser, ist im gesamten Kreis Heinsberg von der aktuellen Legionellenproblematik ausdrücklich nicht betroffen. Das Wasser im Kreis Heinsberg ist  frei von gesundheitsgefährdenden Stoffen und wie gewohnt von amtlich kontrollierter, hervorragender Qualität“, teilte die Pressestelle des Kreises mit.

Grundsätzlich gehe von Wasser, das mit Legionellen belastetet ist, erst einmal keine Gefährdung aus. Es komme immer wieder vor, dass Legionellen gehäuft insbesondere im Kühlwasser von Kühltürmen und Kühlanlagen größerer Betriebe vorkommen. „Da die Kühlung ja auf dem Verdampfungsprinzip basiert, könnten also feine, legionellenhaltige Tröpfchen entstehen und in die Umwelt gelangen, die bei tiefer Einatmung zu einer Lungenentzündung führen können, insbesondere bei alten und schwachen Menschen mit Vorerkrankungen“, hieß es in einer Mitteilung des Kreises.

Dieses Risiko ist im aktuellen Fall nach Einschätzung des Gesundheitsamtes äußerst gering. Dennoch, weil es nicht zu 100 Prozent auszuschließen ist, sind vorsorglich die Arztpraxen und Krankenhäuser im Umkreis informiert worden, bei der Diagnose von Lungenentzündungen die Möglichkeit einer Legionellenpneumonie mit in Betracht zu ziehen.

www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/legionellen/

(ger)
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