Lebenshilfe realisiert neues Projekt „Filmbühne am Torbogen“

Inklusives Projekt : Das Trauzimmer wird zur Filmbühne

„Filmbühne am Torbogen“ heißt eine neue Initiative der Lebenshilfe Heinsberg im Rahmen ihres dreijährigen Projekts „Kultur ohne Barrieren“, das von der Aktion Mensch gefördert wird und für das sie inzwischen mehrere Partner gewinnen konnte.

„Neben diversen Workshops im musikalischen, künstlerischen und literarischen Bereich haben wir jetzt auch den Film im Programm“, erklärte Michael Kleinen, bei der Lebenshilfe zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit, bei der Präsentation des Programms im Rahmen eines Pressegesprächs im Café Samocca.

Kino im Trauzimmer

Der erste Film wird im Trauzimmer von Haus Lennartz, Hochstraße 19, bereits am Dienstag, 3. Dezember, um 19.30 Uhr gezeigt. „Menschsein“ heißt der Streifen über eine weltweite Reise zu Menschen, die mit Behinderung leben. Weiter stehen auf dem Programm die Filme Systemsprenger am 10. Januar, Bohemian Rhapsody am 7. Februar, Goldfische am 6. März, 25 km/h am 8. März, Das Leben ist ein Fest am 3. April, König der Löwen am 1. Mai und Edie am 5. Juni. Reservierungen von Eintrittskarten sind im Café Samocca möglich.

Um die Filmbühne realisieren zu können, hat sich die Lebenshilfe dem Projekt „Dorfkino einfach machbar“ angeschlossen, das vom Filmklub Güstrow getragen wird. „Es bietet Menschen die Möglichkeit, qualitativ hochwertiges Kino auf dem Land zu erleben oder selbst Kino zu machen“, so Michael Kleinen. Das System des Projekts bestehe in der Bildung sogenannter Abspielringe.

„Verschiedene Kulturorte werden einem solchen Ring zusammengefasst. So können Kosten gemeinsam getragen, Risiken minimiert und Filmprogramme selbst in entlegenen Spielstätten mit geringen Zuschauerzahlen umgesetzt werden“, so Georg Kohlen, in Heinsberg der künstlerische Leiter der Filmbühne am Torbogen. Und dank der Unterstützung des Fonds Neue Länder der Kulturstiftung des Bundes verfüge das Projekt inzwischen über eine Onlineplattform, die alle Verwaltungs- und Buchungsvorgänge erleichtere, fügte Michael Kleinen hinzu.

Eigentlich habe man diese Initiative zusammen mit dem Roxy-Kino umsetzen wollen, das jedoch inzwischen geschlossen sei. Daher ging sein Dank an Bürgermeister Wolfgang Dieder für die Möglichkeit, die Filmbühne jetzt am Torbogen im Trauzimmer unter dem Dach von Haus Lennartz realisieren zu können. „Wir sind wahnsinnig stolz, wie Inklusion hier gelebt wird“, betonte Lebenshilfe-Vorsitzender Klaus Meier am Ende des Gesprächs. Sicherlich gebe es immer noch Luft nach oben, „aber wir sind stolz, hier mit unseren Partnern solche Projekte zu entwickeln. Das ist ganz großes Kino!“