Lambert Rebig sauer auf Verwaltung in Heinsberg

Rücktritt als Behindertenbeauftragter : Lambert Rebig sauer auf Heinsberger Verwaltung

Mit „sofortiger Wirkung“ lege er sein Amt als Behindertenbeauftragter, das er in Heinsberg schon seit 2003 bekleidete, aus „gesundheitlichen Gründen“ nieder, hatte Lambert Rebig jetzt in einem Schreiben den Heinsberger Bürgermeister Wolfgang Dieder wissen lassen. So jedenfalls stand es in den ersten beiden Zeilen zu lesen. Danach jedoch ließ der Senior seinem Frust freien Lauf und nannte die wahren Gründe für seinen Rückzug.

Es sei für ihn eine Genugtuung gewesen, dass er in der Zeit des früheren Ordnungsamtsleiters habe erfahren dürfen, „mit welchem Engagement meine Anregungen und Vorstellungen aufgenommen und teilweise umgesetzt worden sind“. Ebenso enttäuschend sei es hingegen gewesen, „dass nach dieser Zeit bestimmte, von mir vorgeschlagene Maßnahmen immer wieder verschoben und zurückgestellt wurden. Hier hätte ich mir von der Seite der Stadtverwaltung mehr Unterstützung gewünscht“.

Und dann nennt er gleich ein paar Beispiele. Eines ist der Ampelbereich an der Ecke Ostpromenade/Poststraße. „Auf meine Nachfrage beim Leiter des Tiefbauamtes, warum in diesem Bereich im neu erstellten Gehweg die für Sehbehinderte vorgesehenen Noppensteine nicht verlegt worden sind, erhielt ich die Antwort, diese seien auf der anderen Straßenseite ebenfalls nicht vorhanden“, sagt Rebig im Gespräch mit unserer Zeitung.

Enttäuscht sei er auch darüber, so der frühere Ratsherr, dass der Behindertenparkplatz auf dem Markt vor dem Postgebäude, „trotz mehrfacher Hinweise von mir“, nicht ordnungsgemäß hergestellt worden sei. Er meint damit den erhöhten Randstein eines ehemaligen Pflanzbeetes, der für die Behinderten eine Stolperfalle sei und egalisiert werden solle.

Die erhöhte Umrandung des ehemaligen Pflanzbeetes auf dem Marktplatz, gleich neben den Behindertenparkplätzen, sind Lambert Rehbig auch ein Dorn im Auge. Foto: Rainer Herwartz

„Das gilt umso mehr“, attackiert Rebig den Bürgermeister, „weil sie persönlich, sehr geehrter Herr Bürgermeister, bei unserem letzten Treffen versprochen haben, dass dies kurzfristig geschehen werde. Bis heute gibt es trotz ihrer Aussage keine Veränderung. Die Verantwortlichen in der Verwaltung sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass jede sinnvolle Maßnahme für Behinderte auch ein Gewinn für die Allgemeinheit darstellt“, sagt Rebig.

Bürgermeister Wolfgang Dieder nimmt diese Kritik des 86-Jährigen allerdings nicht unwidersprochen hin. „Nicht alles, was wünschenswert ist oder von Lambert Rebig gewünscht wurde, kann sofort umgesetzt werden. Am Marktplatz werden im Moment arbeiten durchgeführt. Diese waren bis nach der Kirmes mit dem Sommerboulevard zurückgestellt.“

Und grundsätzlich schiebt er noch nach: „Wir können Straßen und Plätze nicht komplett einebnen. Es muss auch noch gestalterische Elemente geben können. Irgendwo muss es unter anderem dann auch noch Bordsteine geben.“

Einen neuen Behindertenbeauftragten, der die Nachfolge von Rebig antreten könnte, hat Dieder noch nicht im Auge. Es müssten da wohl ein paar Gespräche geführt werden, meint er.

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