Wassenberg: Künstlerstammtisch Wassenberg stellt im Bergfried aus

Wassenberg : Künstlerstammtisch Wassenberg stellt im Bergfried aus

Ein ernster Blick, die leichte Neigung des Kopfes, stilles Betrachten — so wandert der aufmerksame Besucher durch die Räume des vor ein paar Jahren renovierten Bergfrieds. Gegenstand seiner Betrachtung war jedoch nicht das imposante Gebäude im Herzen Wassenbergs, sondern die zahlreichen Kunstwerke, die im Rahmen der Jahresausstellung des Künstlerstammtischs Wassenberg die Wände des historischen Gemäuers schmücken.

Auf zwei Etagen präsentieren 29 Künstler ihre Werke. Die Art der Kunst ist dabei vielfältig, denn von Fotografie über Malerei bis hin zu abstrakten Darstellungen und Lyrik ist alles vertreten.

Die Begrüßung bei der Vernissage übernahm Stammtischmitglied Christina Frenken. Zusätzlich sorgte Oliver Wessel mit seiner musikalischen Gestaltung für eine harmonische Atmosphäre und fügte durch seine Darbietung eine weitere Kunstrichtung den ausgestellten Werken hinzu.

Offener Austausch

Der Künstlerstammtisch besteht aktuell aus insgesamt 48 Künstlern, die sich, seit der Gründung im Jahre 2006, monatlich zum offenen Austausch treffen. Die jährliche Ausstellung findet nun schon zum zweiten Mal im Bergfried statt, vorher wurden die Werke im Rathaus der Stadt Wassenberg präsentiert. Und auch der Zeitpunkt der Ausstellung hat sich geändert: Sie ist nun schon im August anstatt im November.

Die Zeit zum Herstellen der Ausstellungsstücke wurde dadurch zwar verkürzt, gleichzeitig es jedoch auf das Motto der Ausstellung hin: „KUNSTzeit — zeitlos.“ So empfiehlt in diesem Sinne auch Frenken den Besuchern: „Nehmen Sie sich Zeit.“

Ein besonderer Höhepunkt ihrer Rede war der lyrische Vortrag von Sandra Klein. Mit ihrem Gedicht „Der Bergfried“ griff sie die Geschichte des Ausstellungsortes auf. Das Gedicht, zusammen mit der dazugehörigen Collage, ist auch Teil der Ausstellung.

Als erste Lyrikerin des Stammtischs ist Klein nun seit einem Jahr aktiv, sie schreibt allerdings schon seit Jahren. Mit ihrem ersten Gedicht, „Der Wasserfall“, weckte sie große Emotionen bei ihren Lesern. „Ich fand es erschreckend, zu sehen, dass meine Worte so etwas auslösen können“, erzählt sie.

Inspirieren lässt sie sich bei ihrer Arbeit auf unterschiedliche Art und Weise. Oft wird das Schreiben durch Erlebnisse ausgelöst, manchmal aber auch durch Bilder. Die Kombination von Schriftlichkeit und Bildlichkeit gilt als ihr Markenzeichen, die Reihenfolge der Entstehung ist jedoch situationsabhängig.

Raubkatzen und Haustiere

Auch ein Werk von Frenkens ist in der Ausstellung zu sehen. Anders als Klein konzentriert sie sich auf fotorealistische Arbeiten, dessen Motive meist Tiere darstellen. Insbesondere interessieren sie Raubkatzen aller Art, doch auch Haustiere werden von ihr porträtiert. „Besonders bei verstorbenen Haustieren ist das eine sehr intime Arbeit“, erklärt sie.

Die künstlerische Vielfalt und die Interpretationen des Mottos können noch bis Sonntag, 9. September, begutachtet werden. Geöffnet ist die Ausstellung sonntags von 14 bis 17 Uhr. Für Fragen stehen die Künstler zur Verfügung.