Künstlerin Janine Müller hat 13 Begas-Gemälde auf eigene Weise nachempfunden

Leuchtende Farben : Heinsberger Mona Lisa gleich doppelt im Begas Haus

Nicht nur ein Mal, sondern gleich zwei Mal ist die sogenannte Heinsberger Mona Lisa jetzt im Museum Begas-Haus am Fuß von Burg- und Kirchberg zu sehen. Grund dafür ist die Ausstellung der Kölner Künstlerin Janine Müller, die in der ihr eigenen künstlerischen Darstellungsweise insgesamt 13 Gemälde aus der Begas-Dynastie nachempfunden hat.

Museumsleiterin Dr. Rita Müllejans-Dickmann freute sich in ihrer Begrüßung, dass die Werke nach einer ersten Ausstellung in einer Kölner Galerie jetzt bis zum 1. September auch im Begas-Haus zu sehen seien, nicht wie bei solchen Ausstellungen gewohnt auf der Sonderfläche im ersten Obergeschoss des Museums, sondern immer in unmittelbarer Nähe zu ihren „Vorbildern“. Der Dank der Museumsleiterin ging an Klaus Meier, Michael Kleinen und Georg Kohlen von der Lebenshilfe Heinsberg, mit denen gemeinsam die Ausstellung kuratiert worden war, vor allem aber an die Künstlerin selbst und an Jutta Pöstges, die künstlerische Leiterin des Kölner Kunsthauses KAT 18, in dem Janine Müller arbeitet.

Das Kunsthaus sei eine Einrichtung der gemeinnützigen Werkstätten in Köln, in dem Menschen mit Behinderung künstlerisch tätig sein könnten, so Jutta Pöstges Seit 2014 habe das KAT 18 eigene Räume. Die 20 Arbeitsplätze würden derzeit von 23 Künstlern genutzt, die ihre Tätigkeit dort auf Basis eines Werkstattarbeitsplatzes in flexiblen Arbeitszeitmodellen ausüben würden und damit Berufskünstler seien. „Wir suchen immer wieder die Kooperation mit Museen und Galerien außerhalb der Behindertenszene“, betonte sie. „Wir denken, dass ein Dialog auf Augenhöhe möglich ist.“

Janine Müller sei nach einem ersten Besuch im Begas-Haus von der Malerei tief bewegt gewesen, habe sich über Monate mithilfe des Ausstellungskatalogs einen Zugang zur Kunst dieser Meister verschafft, auch selbst Fotos von den Werken gemacht und dann mit ihrer Arbeit im Atelier begonnen. Zwei großformatige Werke, geschaffen mit Tusche und Kreide, konnten die Besucher der Vernissage schon im Eingangsbereich des Begas-Hauses bewundern. Die übrigen, alle im Format 50 mal 70 Zentimeter, gemalt mit Tusche und Buntstiften, finden sich alle in unmittelbarer Nähe der Originale. 

In leuchtenden Farben hat Janine Müller die Darstellung der Menschen in den Gemälden neu interpretiert, in einer zugespitzten Vereinfachung der menschlichen Figur, akzentuiert durch feine Tuschelinien, was ihren Bildern fast die Anmutung einer sehr eigenwilligen Comic-Darstellung verleiht. Das Besondere an ihren Arbeiten sind die feinen Freiräume aus weißem Papier, die sie den Bildern entlang ihrer Tuschelinien belässt.

Die Ausstellung wird als Kooperationsprojekt mit der Lebenshilfe Heinsberg von der Aktion Mensch gefördert und ist noch bis zum 1. September im Begas-Haus zu sehen.