Künstler-Forum präsentiert Ausstellung von Eugenie Bongs-Beer

Ausstellung : „Pentimenti“ der Meisterschülerin

Das Künstler-Forum Schloss Zweibrüggen zeigt die Ausstellung „pentimenti“ mit Arbeiten der Aachener Künstlerin Eugenie Bongs-Beer in der Zeit vom 28. April bis 19. Mai. Die Vernissage findet am kommenden Sonntag um 11 Uhr statt, die Einführung übernimmt Dagmar Preising, Kunsthistorikerin am Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen.

Das Wort „pentimenti“ entstammt dem italienischen „pentirsi“, bereuen. Gemeint ist hier die Zugrundelegung einer Vorzeichnung, die vom Künstler während des Arbeitsprozesses übermalt wird. Der vorgenommene Wechsel im Verlauf der Arbeit bringt durch Übermalungen und dünne Lasuren partiell das alte Liniengeflecht wieder zum Vorschein und enthüllt einen Teil des ursprünglichen Konzeptes.

In den Arbeiten von Eugenie Bongs-Beer mit dem Werkstoff Gaze und den mit Farb- und Steinpigmenten aufgetragenen Lasuren und Schichten entstehen im Arbeitsprozess vergleichbare komplexe Vorgänge.

Bei ihren Bildern trägt die Künstlerin das Material Gaze mit Pigmenten auf die Leinwand auf. Neben Farbpigmenten nutzt sie insbesondere die Pigmente geriebener Steine, wie Marmor, Alabaster, Speckstein, Schiefer, Ziegel, Dolomit, Vulkangestein etc., die in einer Emulsion gebunden werden.

Das zugrunde gelegte regelmäßig lineare Geflecht der auf den Malgrund aufgebrachten Gaze wird durch Einwirkungen wie Drehen, Verziehen, Reißen bis hin zum Zerfetzen des Gewebes, wie auch dem Aufschliessen der Randzonen so verändert, dass Strukturen, vergleichbar einer Vorzeichnung, entstehen.

Weiter aufgebrachte emulsionsgetränkte Lasuren wie auch transparente Schichten des farbigen Gesteins- ein nahezu plastisches Vorgehen- bewirken ein subtiles Spannungsfeld von Lineament und Fläche, das auch feinste Differenzierungen im Farb- und Formbereich unterer Schichten und Spuren hindurch scheinen lässt. Die Eingriffe in die Bildfläche werden partiell sichtbar. Die Komplexität des Arbeitsprozesses in seiner Ambivalenz von Verbergen und Enthüllen machen die Genese des Bildes sichtbar.

Neben den Bildern sind einige plastische Arbeiten, Bronzen und Keramiken von Eugenie Bongs-Beer zu sehen.

Kunstakademie

Eugenie Bongs-Beer hat an der Kunstakademie Düsseldorf von 1966 bis 1974 und 1967/68 an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin, Bildhauerei und Kunstwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie studiert und das Studium mit dem II. Staatsexamen abgeschlossen. 1973 wurde sie zur Meisterschülerin der Akademie, Klasse Prof. Joseph Beuys, ernannt.

(red)
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