Kriminalitätsstatistik: In allen Rubriken sinken die Fallzahlen

Kriminalität im Kreis Heinsberg : „Man kann sich sicher fühlen“

Wer nachts alleine auf die Straße geht, macht das häufig mit einem mulmigen Gefühl. Dass das subjektive Gefühl nicht immer deckungsgleich ist mit der objektiven, auf Zahlen basierenden Realität, zeigte die am Mittwoch von Mareike Wollschläger, Kriminalrätin und Leiterin der Direktion Kriminalität der Kreispolizeibehörde Heinsberg, vorgestellte Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2018.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagte Andreas Bollenbach, Leiter der Abteilung Polizei der Kreispolizeibehörde. „Auf die Frage, wie sicher man sich fühlen kann, können wir sagen, dass es im Kreis Heinsberg deutlich sicherer geworden ist“, erklärte Bollenbach.

Die bekanntgegebenen Zahlen sehen tatsächlich gut aus. In fast allen Bereichen sanken im Jahr 2018 die Fallzahlen – die Gesamtkriminalität im Kreis reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent. Die Straßenkriminalität, auch ein Indikator dafür, wie sicher man sich auf der Straße fühlt und die von einfachem Taschendiebstahl über Delikte wie Vergewaltigung und Körperverletzung reicht, verringerte sich im Kreis in den vergangenen drei Jahren um 30 Prozent, erklärte Bollenbach. „2018 sank sie sogar um 16,78 Prozent“, bilanzierte Wollschläger.

Neben der Straßenkriminalität beeinflusst aber auch die Anzahl der Gewalttaten das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger. In diesem Bereich allerdings meldete die Kreispolizeibehörde eine gestiegene Anzahl der Straftaten um immerhin 6,2 Prozent. In konkreten Fallzahlen ausgedrückt handelt es sich um 28 Taten, die sich vor allem in Fällen häuslicher Gewalt und Raub im privaten Bereich manifestierten, so die Kriminalrätin.

Schwerpunktthema für die Polizei bleibt weiterhin die Bekämpfung des Wohnungseinbruchs. Wollschläger vermeldete dabei „sensationelle“ Zahlen. „Die Fälle von Wohnungseinbrüchen sind auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren“, erklärte sie. Von 514 Taten 2017 sank die Zahl auf 375 im vergangenen Jahr, viele Taten blieben im Versuch stecken. „Unsere großen Kampagnen wie ‚Riegel vor’ tragen Früchte, die Prävention greift. Die Täter scheitern vor Ort immer häufiger an Sicherungssystemen“, freute sie sich.

Trotzdem bleiben Täter kreativ, wenn es darum geht, an das Geld anderer Leute zu kommen. So haben sich auch die Zahlen der versuchten Betrugsdelikte von falschen Polizisten, die vor allem ältere Menschen um Geld und Schmuck bringen, verdoppelt – von 131 im Jahr 2017 auf 267. In zehn Fällen waren die Täter, die meist aus Callcentern in der Türkei agieren, erfolgreich und erleichterten die Opfer um Schmuck und Geld. Der Schaden liegt bei 261.900 Euro.