Heinsberg: Kreisgymnasium fördert Fächer, die viele Schüler meiden

Heinsberg : Kreisgymnasium fördert Fächer, die viele Schüler meiden

Fächer wie Mathematik, Biologie, Chemie und Physik, Informatik oder Technik sind für viele Schüler solche, die sie am liebsten von ihren Stundenplänen streichen würden. Vielen Unternehmen mangelt es daher an Spezialisten. Hier setzt eine Initiative für MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) an. Auch das Heinsberger Kreisgymnasium ist jetzt dabei.

Die Initiative will Schüler, aber auch Lehrer, Eltern und die breite Öffentlichkeit für diese Fachbereiche begeistern. Schulen, die sich hier engagiert auf den Weg machen, ehrt die Initiative unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz mit der Auszeichnung „MINT-freundliche Schule“, die jetzt auch das Kreisgymnasium erhalten hat.

„Wir engagieren uns schon lange in diesem Bereich“, erklärt Schulleiterin Annegret Krewald. „Vor nunmehr bereits acht Jahren haben wir damit begonnen, unsere MINT-Aktivitäten zu intensivieren.“ Dabei gehe es nicht allein um Spitzenleistungen in diesen Fächern, sondern vor allem darum, bei allen Schülern das Interesse dafür zu wecken, sozusagen ein „MINT-freundliches Klima“ in der Schule zu schaffen. Dass dies inzwischen Früchte trage, zeige der erste Informatik-Leistungskurs der Schule, der in diesem Schuljahr habe eingerichtet werden können.

„MINT-freundlich“ zu sein heiße zudem nicht, dass andere Fachbereiche nun leiden würden, betont Annegret Krewald. Geehrt worden sei die Schule für ihr zusätzliches Angebot in diesem Bereich. Dass auch alle anderen Interessen hier gefördert werden, zeige sich etwa daran, dass neben Englisch, Französisch, Latein und Spanisch ab dem kommenden Schuljahr auch Niederländisch als ganz normales Schulfach an der Schule eingeführt werde.

Zusätzliche Angebote im Bereich MINT hat das KGH für seine Schüler schon ab der Jahrgangsstufe fünf bis hinein in die Oberstufe. Da wären zunächst die NW-Projektkurse, die in der Jahrgangsstufe fünf beginnen und über vier Jahre laufen. Hier arbeiten die Schüler an acht Unterrichtstagen, die über das Schuljahr verteilt sind an konkreten Projekten. „Bei allen Themen spielt der Praxisbezug eine wesentliche Rolle“, sagt Lehrerin Dr. Nadine Korthaus, die in der Schule die MINT-Initiative zusammen mit ihrer Kollegin Marion M. betreut. „Deshalb gehört zu jedem Halbjahresprogramm auch eine Exkursion, zum Beispiel zum Forschungszentrum Jülich oder zur RWTH in Aachen.“

Bereits seit 2006 besteht eine Kooperation mit dem Forschungszentrum in Jülich. In den Jahrgangsstufen sieben bis zehn hat gut ein Dutzend Schüler Gelegenheit, an mehreren Tagen im Schuljahr im Schülerlabor „JuLab“ des Forschungszentrums zu arbeiten. In der Oberstufe werden zudem Projekttage für die Leistungskurse Biologie, Chemie und Physik im Schülerlabor durchgeführt.

Arbeitsgemeinschaften in der Schule vertiefen die MINT-Orientierung. So gibt es zum Beispiel in der Stufe fünf eine Astronomie-AG, in der Stufe fünf und sechs eine Fischer-Technik-AG und in der Stufe sechs eine Knobel-AG. Ab Stufe sieben ist zudem eine Informatik-AG wählbar. Weiterhin haben alle Schüler ab Klasse sechs die Möglichkeit, sich in einer AG „Jugend forscht“ auf die Teilnahme am gleichnamigen Wettbewerb vorzubereiten. Bereits im vergangenen Schuljahr waren mehrere Schüler regional erfolgreich.

„In allen Stufen werden die Schüler zur Teilnahme an Wettbewerben, von denen es noch einige mehr gibt, ermutigt und bei der Durchführung unterstützt“, sagt Dr. Nadine Korthaus. Neben Kursen in der Differenzierung ab Stufe acht bietet das KGH in der Oberstufe zudem einen Projektkurs, der gezielt auf entsprechende Studiengänge vorbereitet.

Abgerundet wird das Engagement des „MINT-freundlichen Gymnasiums“ durch Projekttage in unterschiedlichen Fächern an entsprechenden Einrichtungen der RWTH Aachen. Nicht zuletzt ist das KGH Partnerschule im „zdi-Netzwerk Aachen & Kreis Heinsberg“, das sich ebenfalls dem MINT-Nachwuchs widmet.

(anna)
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