Kreis Heinsberg: Veit Luxem zieht ein positives Fazit

Genossenschaftsbanken : Veit Luxem zieht ein positives Fazit

Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg wollen keine weiteren Filialen schließen. Sie sprechen von einer positiven Entwicklung im Jahr 2018, die zu einem Bilanzgewinn von 10,5 Millionen Euro führte.

Die Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg haben ein positives Fazit zum Geschäftsjahr 2018 gezogen. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, um unsere Genossenschaftsbanken für die Zukunft aufzustellen, ohne unseren Förderauftrag zu vernachlässigen“, sagte Dr. Veit Luxem, Sprecher der vier Genossenschaftsbanken, die im Kreis Heinsberg tätig sind.

So sei das betreute Kundenvolumen um 4,9 Prozent auf mehr als 5,6 Milliarden Euro gestiegen. Diese Zahl gibt zum einen wieder, wie hoch das Vermögen ist, das die Kunden ihrem Genossenschaftsinstitut anvertrauen. Sie addiert zudem die Investitionsmittel hinzu, die der heimische Mittelstand und die Häuslebauer, aber auch die Verbraucher für Konsumanschaffungen in Anspruch genommen haben. Die aggregierte Bilanzsumme von Volksbank Erkelenz, Volksbank Heinsberg, Raiffeisenbank Erkelenz und Volksbank Haaren sei um 6,4 Prozent (plus 164 Millionen Euro) auf mehr als 2,7 Milliarden Euro gewachsen.

Nachdem die Kreissparkasse Heinsberg in der vergangenen Woche angekündigt hatte, 13 Filialen zu schließen, dünnen die Genossenschaftsbanken im Kreis ihr Filialnetz nicht weiter aus. Sie hatten jedoch bereits im abgelaufenen Jahr sieben Filialen geschlossen und vier Standorte in SB-Filialen umgebaut. Somit bleiben 40 Filialen von Volks- und Raiffeisenbanken im Kreisgebiet. Damit habe man auf das Verhalten der Kunden reagiert, sagte Luxem. Einfache Bankgeschäfte, wie etwa Überweisungen, würden immer häufiger per Smartphone-App oder PC erledigt. Lediglich beratungsintensive Anliegen, wie zum Beispiel eine Baufinanzierung, würden noch so gut wie ausschließlich in den Filialen getätigt.

Deutlich zulegen konnten die Genossenschaftsbanken beim Kreditgeschäft. Zum Jahreswechsel hatten die Banken rund 1,7 Milliarden Euro an Mitglieder und Kunden ausgeliehen. Zusammen mit den in die genossenschaftliche Finanzgruppe vermittelten Finanzierungen beträgt das Gesamtkreditvolumen 2,2 Milliarden Euro. Das sind rund 100 Millionen Euro oder 4,8 Prozent mehr als noch im Jahr 2017.

Eine weitere wichtige Kennzahl für die Bank ist die Höhe der Einlagen, also die Summe des Geldes, das die Kunden auf der Bank haben. Sie Betrug am Jahresende 3,4 Milliarden Euro, das sind 160 Millionen Euro mehr als am Ende des Jahres 2017. „Trotz niedriger Zinsen sind die Menschen im Kreis Heinsberg darauf erpicht, ihr Geld bei der Bank zu lassen. Das Vertrauen in die Wertpapiermärkte ist nicht so groß“, sagte Luxem. Im Dezember mussten die Kunden und auch die Bank selbst herbe Verluste im Aktiengeschäft verzeichnen.

Sieht die Genossenschaftsbanken im Kreis gut aufgestellt: Dr. Veit Luxem. Foto: ZVA/Daniel Gerhards

Dass Sparer schon bald wieder auf steigende Zinsen hoffen können, glaubt Luxem nicht. „Bei den Zinsen wird sich bis zum Herbst nichts tun“, sagte er. Er denke sogar, dass das gesamte Jahr 2019 von einer weiteren Niedrigzinspolitik geprägt sein wird. Wenn die Konjunktur abflaut, werde die Europäische Zentralbank wohl kaum die Zinsen erhöhen, weil das den Abschwung noch verstärken könnte.

 Neben den niedrigen Zinsen stellen auch die politischen Entwicklungen in Europa und der Welt ein Risiko für die Bankenbranche dar. Der Brexit, die Trump-Politik und der zunehmende Populismus in Europa können negative Auswirkungen auf die Arbeit der Institute haben. Positiv sei hingegen, dass das Europaparlament bei der Bankenregulierung künftig stärker zwischen Großbanken und kleinen Banken unterscheiden möchte. „Man kann die Deutsche Bank nicht mit der Volksbank Haaren vergleichen“, sagte Luxem.

Unter dem Strich rechnen die Genossenschaftsbanken mit einem Bilanzgewinn von 10,5 Millionen Euro. Aus diesem Jahresüberschuss werde vorbehaltlich der Zustimmung durch die Anteilseigner eine Dividende von 1,1 Millionen Euro gezahlt. Das ist eine Verzinsung der Geschäftsguthaben von fünf Prozent.

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