Kreis Heinsberg: Jusos wollen Klimanotstand ausrufen

Antrag : Jusos fordern Bekenntnis zum Umweltschutz

Sie wollen dem Beispiel verschiedener Städte in NRW folgen: Die Jusos im Kreis Heinsberg machen sich für das Klima stark und fordern von Landrat Stephan Pusch und Kreistag, den Klimanotstand für den Kreis Heinsberg auszurufen.

„Die Erwärmung der Erde muss begrenzt werden, die Weltgemeinschaft hat in Paris 2015 dazu einen klaren Zielkorridor definiert. Dieser völkerrechtliche Vertrag muss nun auch auf der kommunalen Ebene umgesetzt werden, denn der Klimanotstand ist bittere Realität“, appellieren die Jusos in ihrem Antrag an die Kreistagsmitglieder.

Zudem komme dem Kreis Heinsberg eine besondere Rolle mit seiner Lage im Rheinischen Revier zu. „Wir haben hier eine lange Bergbautradtion auf der einen Seite, auf der anderen Seite die aktuelle Thematik der Umsiedlung und Abbaggerung von Dörfern für die Braunkohle. Dem Kreis Heinsberg kommt damit auch eine besondere Verantwortung zu“, sagt Lars Kleinsteuber, Vorsitzender der Jusos im Kreis Heinsberg, auf Anfrage unserer Zeitung.

Klimawandel anerkennen

Konkret fordern die Jusos, dass die Mitglieder des Kreistags einen Antrag vorbereiten, der den Climate Emergency ausruft, womit die Städte und der Kreis sich dazu verpflichten würden, alle Maßnahmen auf ihre ökologische Sinnhaftigkeit und Vertretbarkeit zu überprüfen und der menschengemachte Klimawandel anerkannt wird. Der Klimaschutz würde somit prioritär behandelt werden.

Der Kreis Heinsberg hat zudem anzuerkennen, dass die bisherigen Maßnahmen und Planungen nicht ausreichen, um die Erderwärmung bis zum Jahr 2050 auf die angestrebten 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. „Die Jusos fordern die Kreisverwaltung daher auf, ein Konzept zur Verringerung der umweltbelastenden Faktoren über alle den Kreis betreffenden Aufgabenfelder zu erstellen“, erklärt Kleinsteuber weiterhin. Das Konzept solle eine Rückkoppelung mit den Städten und Gemeinden umfassen. Außerdem soll der Landrat dem Kreistag und der Öffentlichkeit jährlich über Fortschritte und Schwierigkeiten bei der Reduktion der Emissionen Bericht erstatten und daraus Konsequenzen ziehen.

„Der Klimawandel macht auch vor dem Kreis Heinsberg nicht halt. Dürreperioden und Extremwetterlagen wie die des vergangenen Jahres machen auch den Landwirten, der Wirtschaft, den Tieren und Pflanzen, sowie den Menschen in unserer Region zu schaffen. Gerade in einem so ländlich geprägten Kreis wie dem Kreis Heinsberg muss es im Interesse aller Parteien sein, die Landwirtschaft vor Ort zu schützen“, macht der Vorsitzende der Jusos deutlich. „Die Anstrengungen des Kreises Heinsberg und den ihm angehörenden Kommunen müssen verstärkt und beschleunigt werden, um das Pariser Klimaschutzabkommen auf kommunaler Ebene umzusetzen“, appelliert er.

Dass dieser Antrag gerade jetzt  nach der Europawahl komme, bei der auch die SPD viele Stimmen verloren hat, die Grünen dagegen zugelegt haben, sei Zufall. „Dass der Antrag gerade jetzt kommt, ist weniger einer Taktik, mehr dem Momentum geschuldet“, so Kleinsteuber auf Nachfrage. Die Jusus seien mit der Grünen Jugend diesbezüglich schon seit langer Zeit auf einer Wellenlänge. „Nur sehen wir in diesen Zeiten die Möglichkeit, dass so ein Antrag wahrgenommen und beschlossen wird“, sagt er.

Wie der Kreistag den Antrag der Jusos sieht, und ob die Fraktionen den Klimanotstand ausrufen, wird sich in der Sitzung am 19. Juni, 18 Uhr, im Kreishaus zeigen.

Mehr von Aachener Nachrichten