Kosten für Rettungswagen steigen

Gebührenanstieg : Rückt der Rettungswagen aus, wird’s teurer

Die Gebührensätze für den Rettungsdienst im Kreis Heinsberg werden ab 1. Januar steigen. Die Kostensteigerung hat vier Gründe, erklärte die Verwaltung im Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Kreises Heinsberg.

Erst 2016 waren die Gebühren angehoben worden, doch trotz steigender Einsatzzahlen können die Kosten mit der Gebühr aus 2016 nicht mehr gedeckt werden.

Die gestiegenen Kosten beruhten laut Verwaltung auf vier Effekten: Im vergangenen Jahr wurde die Rettungswagen-Vorhaltung um 324 Wochenstunden erhöht und eine zusätzliche Rettungswache eingerichtet. Zudem wurde für zwei Rettungswagen ein Telenotarzt eingeführt.

Auch die Lohn-Tarife für nichtärztliche Einsatzkräfte im Rettungsdienst sind gestiegen. Ein weiterer bedeutender Punkt, der zu Mehrkosten führt, ist die Tatsache, dass Rettungsassistenten laut Rettungsgesetz NRW bis zum Jahr 2027 durch Notfallsanitäter ersetzt werden müssen. Durch die Weiterqualifizierung der Rettungsassistenten zu Notfallsanitätern erreichen sie eine höhere Gehaltsstufe.

Teure Fehlalarme

Ordentlich zu Buche schlägt aber vor allem die höhere Anzahl von Einsätzen, für die keine Gebühr erhoben werden kann. Denn nach einer Gesetzesänderung von 2015 dürfen bei Einsätzen, die keinen Transport ins Krankenhaus erfordern, für den Betroffenen bzw. Verursacher keine Kosten anfallen. Dennoch entstehen Unkosten für diese Einsätze, die mit 17,3 Prozent rund ein Fünftel der Gesamteinsätze des laufenden Jahres ausmachten. Auch für 2019 werden 3.825 Fehleinsätze ohne Gebühr für den Rettungswagen erwartet, 563 für den Notarztwagen. Die Kosten für diese „Fehlalarme“ müssen durch höhere Gebühren bei den Einsätzen mit Transport ausgeglichen werden.

Ab Januar sind dann für die Inanspruchnahme eines Krankentransportwagens 290 Euro (statt bisher 270 Euro) zu zahlen. Rückt ein Notarzteinsatzfahrzeug aus, so ­werden 392 Euro in Rechnung gestellt; bislang sind es 361 Euro. Um satte 24,5 Prozent steigt die Gebühr für den Einsatz eines Rettungswagens: von 513 auf 639 Euro. Weniger kostet es jedoch, wenn der Notarzt ausrückt. Betrug die alte Gebühr 348 Euro, liegt sie ab Januar bei 320. Einstimmig segnete der Ausschuss für Gesundheit und Soziales diese Sätze ab.

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