Konzert von Instrumentalverein Karken und Harmonie Concordia Melick

Instrumentalverein : Musiker werden höchsten Ansprüchen gerecht

Nicht nur der Instrumentalverein Karken bewies mit seinem breit angelegten Repertoire beim diesjährigen Neujahrskonzert in der Oberbrucher Festhalle, dass er in allen Genres zu Hause ist.

Auch der traditionelle Partner des Abends, die Harmonie Concordia Melick, überzeugte mit anspruchsvoller Technik und ansprechender Musikalität ihres Auftritts, mehr noch hatte sie aber gleich zwei wunderbare Überraschungen mitgebracht: eine Deutschlandpremiere und einen erst 15 Jahre alten Solisten auf der Marimba.

Einen Auftakt für alle Marschliebhaber lieferte nach der Begrüßung durch Moderatorin Marion Frenken jedoch zunächst der Instrumentalverein Karken unter der Leitung von Phil van Landeghem mit dem Konzertmarsch Sonority von Peter Riedemann. Dramatisch ging´s weiter mit „Pilatus: Mountain of Dragons“. Eindrucksvoll vollzogen die Karkener Musiker die Intention von Komponist Steven Reineke nach, den Hintergrund dieses Werks, nämlich den Kampf und die Versöhnung von Bergsteigern mit einem Drachen, in Musik umzusetzen.

Aus dem Musical Westside Story von Leonard Bernstein brachte der Instrumentalverein die Comedy-Nummer „Gee, Officer Krupke“, „den Mambo“ sowie das von Größen wie Celine Dion, Barbra Streisand und Phil Collins interpretierte Stück „Somewhere“ zu Gehör. Zum Dreikönigstag passte das nächste Stück: der „St. Thomas Choral“ von Pavel Stanìk. Eigentlich sei seine Komposition nicht schwierig, hat er selbst über dieses Stück gesagt. „Die größten Probleme liegen in der Stimmung. Sie ist zudem sehr transparent instrumentiert, und das stellt höhere Ansprüche an die Spieler.“ Wie sehr die Karkener Musiker dieser Anforderung gerecht wurden, zeigte der Applaus, der ihnen für dieses Stück zuteilwurde.

Feurig spanisch folgte mit „Gallito“ von Santiago Lope zunächst ein Paso Doble, dann der Gospelsong „Just a closer walk with Thee“ in einem Arrangement von Calvin Custer und Don Gillis. Für dieses Stück hatte sich im Verein sogar eine eigene Combo gegründet mit Klarinette, Posaune, Trompete, Tuba und Schlagwerk. Das kam beim Publikum ebenso gut an wie die Polka „Feuerfest“ von Josef Strauß, bei der mit zwei Hämmern sogar ein echter Amboss bespielt wurde. Mit dem Marsch „Die Regimentskinder“ von Julius Fucik als Zugabe rundete der Instrumentalverein seinen Part ab.

Wieder mit einem Marsch stiegen die Melicker unter der Leitung von Martijn Pepers sehr festlich in ihren Konzertbeitrag ein, mit „The Earle of Oxford´s March“ von William Byrd. Es folgte mit dem erst 2017 von dem amerikanischen Komponisten und Violinisten Gary Kuo geschriebenen Stück „Wingspan“ eine Deutschlandpremiere. Er selbst warb in Internet und Facebook weltweit für die Aufführung in Oberbruch, und diese war musikalisch so gut, dass man etwa dem Flug eines Adlers mit seinen weit ausgebreiteten Schwingen bei geschlossenen Augen regelrecht nachspüren konnte. Dazu trug nicht zuletzt Joep Schrader als Solist auf dem Horn bei.

Anspruchsvoll gewählt war auch der erste Teil der „Armenian Dances“ von Alfred Reed. War der Applaus schon dafür überwältigend, erntete der junge Sven Pollaert nicht weniger Anerkennung für sein Marimba-Solo in der Rhapsodie „Csárdás“, dem wohl bekanntesten Stück von Vittorio Monti. Minutenlanger Beifall war der Lohn für den Musiker, der im Interview mit dem Vorsitzenden des Instrumentalvereins, Manfred Kamps, eine prägnante Antwort auf die Frage hatte, wie er es schafft, sich das alles zu merken: „Üben, dann kommt das ganz von alleine!“

Eine weitere Höchstleistung forderte der Harmonie Concordia die „Saga Candida“ von Bert Appermont ab, eine Suite, in der dieser Komponist die Höhepunkte seines Musicals „Die Saat des Satans“ zusammengefügt hat, das den Hexenwahn um das Jahr 1600 thematisiert. Mit dem Konzertmarsch „Textilaku“ von Krol Pádiviý rundeten die niederländischen Musiker ihren Part ab und ließen sich unter großem Applaus ebenfalls nicht lange um eine Zugabe bitten.

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