Kreis Heinsberg: Kontrollen am Waldsee: Bußgelder drohen

Kreis Heinsberg : Kontrollen am Waldsee: Bußgelder drohen

Am Effelder Waldsee ist das südliche und östliche Ufer mit Amici Beach für Badegäste und Camper vorgesehen, das nördliche und westliche Ufer ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Diese „Arbeitsteilung“ — so der Kreis Heinsberg — solle sicherstellen, dass Flora und Fauna auch nach der Umgestaltung des südlichen und östlichen Ufers vor einigen Jahren erhalten bleiben.

Naturschützer würden jedoch bemängeln, dass in dem als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Teil mehr und mehr Arten verschwinden würden oder der Bruterfolg ausbleibe. Ein Grund dafür sind laut Kreis zu starke Störeinflüsse durch illegale Badegäste.

Tristesse mit viel Müll im Naturschutzgebiet: Das Nordufer des Effelder Waldsees ist kein Badestrand, mahnt die untere Naturschutzbehörde des Kreises Heinsberg. Baden und Lagern seien verboten. Foto: Kreis Heinsberg

Im Naturschutzgebiet seien nicht nur das Baden und das Lagern verboten, sondern bereits das Betreten der Flächen jenseits der Wege, erklärte die Pressestelle der Kreisverwaltung. Dabei gelte, dass Trampelpfade keine Wege seien, sondern nur die in den Karten eingezeichneten Wege zur naturnahen Erholung betreten werden dürften. Alles andere sei verboten.

Die Warmwetterperiode veranlasse offenbar zahlreiche meist männliche Jugendliche oder junge Erwachsene, sich nicht an die Spielregeln zu halten und am Nordufer des Waldsees widerrechtlich zu lagern, zu schwimmen und Müll dort zurückzulassen.

Die Stadt Wassenberg als örtliche Ordnungsbehörde und Eigentümerin des Geländes und der Kreis Heinsberg als untere Naturschutzbehörde waren am Freitagabend zusammen mit der Polizei und mit der Wasserrettungseinheit der Feuerwehrtaucher sowie mit Verstärkung durch einen Sicherheitsdienst in einer konzertierten Aktion vor Ort.

Wie die Pressestelle des Kreises berichtete, seien alle im Naturschutzgebiet angetroffenen Personen — 19 an der Zahl — des Platzes verwiesen worden, nachdem die Personalien festgestellt worden seien. Bei einer erneuten Kontrolle mit Kräften von Stadt und Polizei seien am Sonntag 60 Personen ertappt worden. In ­diesen Fällen soll es bei schriftlichen Verwarnungen bleiben — ohne finanzielle ­Folgen. Mit einer Ausnahme: Ein Mofa im Naturschutzgebiet sei von der Stadt mit einem Verwarnungsgeld geahndet worden.

Doch es drohen nun in Zukunft ­empfindlichere Sanktionen: Der Bußgeldkatalog des Landes Nordrhein-Westfalen sieht laut Kreis alleine für das Betreten von Flächen außerhalb der Wege in Naturschutzgebieten Bußgelder in Höhe von bis zu 400 Euro vor. Wer zusätzlich noch Feuer mache, müsse insbesondere bei der derzeitigen Waldbrandgefahr mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 2500 Euro rechnen.

Die Behörden wollen in den kommenden Wochen bei anhaltend warmer Witterung die Einhaltung der Verbote im Naturschutzgebiet verstärkt überwachen — auch am Wochenende und in den Abendstunden. Die untere Naturschutzbehörde verstärkt laut Kreis aktuell die Beschilderung am Nordufer des Effelder Waldsees, „damit auch dem Letzten klar ist, dass er sich in einem Naturschutzgebiet befindet und sich entsprechend zu verhalten hat“.

Der Kreis wies darauf hin, dass gleichartige Bestimmungen auch gelten würden für den Nordsee vom Lago Laprello in Heinsberg, für den nördlichen Teil des Baggersees Kapbusch bei Brachelen sowie für den gesamten Baggersee Großkünkel bei Doveren und auch für die Seen in der Teverener Heide, die allesamt Naturschutzgebiete seien. Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass an allen Baggerseen, an denen noch Kiesabbau betrieben werde, Baden und Lagern verboten seien.

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