Selfkant-Tüddern: „Kommunen werden von der Politik im Stich gelassen“

Selfkant-Tüddern: „Kommunen werden von der Politik im Stich gelassen“

Mit der Resonanz bei diesem ersten gemeinsamen Neujahrsempfang zeigten sich Bürgermeister Herbert Corsten und Gangolf Scheufen, Vorsitzender des Gewerbeverbandes Selfkant, zufrieden. Corsten resumierte die Gemeindepolitik des verflossenen Jahres und blickte auf die Haushaltsentwicklung.

Er machte erneut deutlich, dass die immer größer werdende Spanne zwischen Schlüsselzuweisungen und Kreisumlage seit 2009 auf nunmehr acht Millionen Euro angewachsen ist — hier würden „die Kommunen von der Politik im Stich gelassen“. Um ein Haushaltssicherungskonzept zu verhindern, sah der Rat sich gezwungen, Erhöhungen im Bereich Grundsteuern und Gewerbesteuern vorzunehmen.

Corsten betonte, dass ein Haushaltssicherungskonzept unter anderem die Förderung der Vereine zum Erliegen brächte. Der Bürgermeister blickte in diesem Zusammenhang mit Freunden auf die Leader-Förderungsmaßnahmen. „Die heutige Finanzsituation macht es besonders deutlich, wie wichtig es ist, dass wir damit in der Lage sind, für investive Maßnahmen Fördermittel zu erhalten.

Eine Umsetzung der Projekte Dorfgemeinschaftshaus Kirche Schalbruch, Vitrinen für Römerfunde des Heimatvereins oder des in Planung befindlichen Dorfgemeinschaftshauses ,Ues Tüddere‘ und auch das Selfkantlexikon wären ohne Fördermittel nicht denkbar“, sagte Corsten.

Der Bürgermeister dankte der Kreissparkasse und der Raiffeisenbank sowie der WestEnergie für die Unterstützung in Sachen Tourismusförderung.

„Zum ersten Male konnte die Gemeinde es erreichen, für eine Infrastrukturmaßnahme in touristischen Bereich eine Förderung von 80 Prozent vom Wirtschaftsministerium NRW zu erhalten“, freute sich Corsten hier über das große Engagement.

Der Bürgermeister richtete den Blick auch zum Alleinstellungsmerkmal „Westlichster Punkt“. Dafür wurden nach der Präsentation im Ministerium außerhalb des normalerweise erforderlichen Wettbewerbsverfahrens die Fördermittel zuerkannt. Herbert Corsten sah im „Zipfelbund“ ein weiteres „Werbepotential für das ganze Selfkantland“.

In Sachen Gewerbeflächen nutzte Corsten die Gelegenheit, im geplanten Gewerbegebiet mit handwerklichem Charakter am Kreisverkehr Wehr die kleineren Betriebe direkt anzusprechen, hier ein neues Zentrum mit dörflichem Handwerk zu errichten.

Herbert Corsten blickte auch auf den August voraus. Bekanntlich wurde das Selfkantgebiet nach der Auftragsverwaltung durch die Niederlande (seit 1949) „im Jahre 1963 für eine Zahlung von 280 Millionen Deutsche Mark durch die Bundesrepublik zurück gekauft. Das wird gefeiert“. In Verbindung mit der Sommerkirmes in Isenbruch soll diese Feier 50 Jahre nach der Auftragsverwaltung eingebunden werden.

Wie später Scheufen in seiner Rede erwähnte der Bürgermeister auch das Verfahren der Deutschen Glasfaser, in dem er eine Weiterentwicklung durch Breitband im Selfkantland sieht.

„Das Jahr 2012 war für den Gewerbeverband, aber auch für den Selfkant selbst ein ereignisvolles Jahr“, sagte Gangolf Scheufen. Der Vorsitzende des Gewerbeverbandes erinnerte an die fünfte Leistungsschau in Tüddern Anfang Mai, die zusammen mit der Saisoneröffnung des Zweckverbandes „Der Selfkant“ verbunden wurde.

„Diese Messe hat unsere kühnsten Erwartungen übertroffen. Insgesamt haben 106 Aussteller auf dieser Messe ihre Produkte oder Dienstleistungen gezeigt. In der Messehalle hatte man schon fast das Gefühl, auf einer der großen internationalen Messen wie Hannover oder Köln zu sein“, sah der Vorsitzende hier eine hohe Werbewirkung für den Selfkant.

2014 soll die sechste Leistungsschau im Selfkant stattfinden, so ein Beschluss des Vorstandes. Der Gewerbeverband plant indes ein „Wohlfühltag im Selfkant“.

Hierzu läuft derzeit die Planungsphase an.

(agsb)