Heinsberg: Kommunalwahl: Hans Josef Voßenkaul tritt wieder für die SPD an

Heinsberg: Kommunalwahl: Hans Josef Voßenkaul tritt wieder für die SPD an

Mit einer Mehrheit von 92 Prozent im Rücken wird Dr. Hans Josef Voßenkaul aus Dremmen bei der Kommunalwahl als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters ein zweites Mal für die SPD gegen den amtierenden Bürgermeister Wolfgang Dieder antreten. Voßenkaul war bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins der einzige Kandidat. Von den 25 anwesenden Parteimitgliedern stimmten 23 mit Ja und zwei mit Nein.

Als seine Ziele nannte Voßenkaul eine stärkere Beteiligung der Bürger und eine solidere Haushaltsführung. Anhand von vier Zahlen machte er deutlich, was er unter solider Haushaltspolitik versteht. Im Jahre 2009, also nach der letzten Kommunalwahl, habe der Stadtrat seine Arbeit begonnen mit einem Schuldenstand von 30 Millionen Euro, 2013 seien es bereits 40 Millionen Euro gewesen.

Rechne er die Haushaltsansätze der Jahre 2013 und 2014 mit, sei in dieser Zeit insgesamt ein Defizit von 39 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Und 8,7 Millionen Euro müssten im Zeitraum von 2009 bis 2014 alleine nur für Zinsen aufgebracht werden. „Wer das erfolgreiche Finanzpolitik nennt, hat davon eine andere Auffassung als ich“, erklärte Voßenkaul. „Wenn wir diese Zinsen nicht zahlen müssten, hätten wir die eine Million für die Sanierung der Festhalle, und auch die Situation der Bäder sähe ganz anders aus.“

In puncto Bürgerbeteiligung warf Voßenkaul einen Blick auf die Schulpolitik, „in der die CDU-Politik grandios gescheitert ist“. Eine „Abstimmung mit den Füßen“ habe dazu geführt, dass es jetzt eine Gesamtschule geben werde, „aber wir haben so auch ein Jahr versäumt“.

Während anschließend bei der Wahl der Direktkandidaten für die 22 Wahlbezirke und der für die ersten fünf Kandidaten auf der Reserveliste große Einigkeit herrschte, entbrannte um Listenplatz sechs ein Kampf. Ursprünglich sollte entschieden werden, ob er von Uwe Rauschning oder Wilfried Lüngen eingenommen wird. Dann erklärte Ulla Meurer, Landesvorsitzende der ASF, dass dieser Platz von einer Frau besetzt werden müsse, damit in jedem Fall die 40-prozentige Geschlechterquote gegeben sei. Meurer kandidierte selbst, unterlag jedoch in der Abstimmung. Rauschning sicherte sich den Platz mit 19 Stimmen.