Wegberg-Klinkum: Klinkumer KG Sonn Männ: Pfundskerl auf kleiner Bühne

Wegberg-Klinkum: Klinkumer KG Sonn Männ: Pfundskerl auf kleiner Bühne

Im Pfarrheim lief es „richtig rund“. Die Klinkumer KG Sonn Männ präsentierte einen Comedy Abend XXL mit dem „Pfundskerl“ Kai Kramosta (29), einem Senkrechtstarter des Kölner Karnevals.

Etlichen Zuschauern war der „Pfundskerl“ noch von der Karnevalssitzung in bester Erinnerung, nun bot er zwei Stunden Solo-Comedy mit dem Titel „Runde Sache“. Michael Szychla, Pressewart der KG, war „unterm Strich zufrieden“ freute sich, „eine kulturelle Veranstaltung in Klinkum“ anbieten zu können, was nicht so einfach sei. „Wir haben hier keine große Halle für Veranstaltungen“.

Geboren in Nickenich/Eifel und heute in Köln lebend vereint Kramosta das Durchsetzungsvermögen der Eifel mit dem rheinländischen Frohsinn in idealer Weise. Im Februar 1998 stand er zu ersten Mal im Karneval auf der Bühne.

Seine steigende Popularität führte ihn zum Regionalfernsehen, wo er eine erfolgreiche Show moderierte. Unter unzähligen Bewerbern entdeckte ihn das Literarische Komitee des Festkomitees Kölner Karneval.

Der Vorstellabend im Sartory markierte 2010 den Wendepunkt in der Karriere des Pfundskerls, er konnte sein Können vor Publikum unter Beweis stellen und wurde von der Presse als „Kölns größtes Redner-Talent“ und „Abräumer des Abends“ gelobt. Bei Auftritten außerhalb der fünften Jahreszeit etablierte er sich als Komiker und Entertainer auch mit TV-Auftritten.

Obwohl man ihm früher eingetrichtert hat „Über Gewicht spricht man nicht, Übergewicht hat man“, stellt er sich auf der Bühne den Pfunden mit den Waffen eines Komikers: Spontanität, Improvisation, Selbstironie und Vielseitigkeit.

Er bekennt freimütig, dass er so viel wiegt „wie John Wayne — mit Pferd“ und durchschaut die Leiden im Fitness-Studio: „Schweiß fließt erst, wenn Muskeln weinen“. Wenn er „etwas silbernes, das von 0 auf 140 in vier Sekunden ist“ geschenkt bekommt, ist das leider kein Porsche, sondern eine Personenwaage.

Der Mann mit dem „Naschbrettbauch“ bezieht sein Publikum spontan in sein Gag-Feuerwerk ein und behält den roten Faden fest in der Hand.

Messerscharf seine Analyse des Kölschen Klüngels: „Man kennt sich, man hilft sich un jede Scheck is anders …“. Genial seine Persiflagen: Als Rainer Calmund ist er leicht atemlos „positiv bekloppt“, als Otti Fischer redet er wie ein Schnellfeuergewehr und gesteht, viele Frauen gehabt zu haben: „Hundert und ein paar zerquetschte“. Irgendwo taucht Gunter Gabriel auf, und auch Vitali und Valdimir Klitschko kommen zu Wort.

Das Publikum amüsierte sich köstlich über das komödiantische Talent. Nach stürmischem Applaus brachte der Pfundskerl als Zugabe einen Ausschnitt seines neuen Soloprogramms, in dessen Mittelpunkt der Eifeler Handwerker HaPe steht, auf die Bühne. Der Comedy-Abend hielt, was er versprochen hatte: eine „runde Sache“ mit einem Pfundskerl, der „dick im Geschäft“ ist.