Klimacamp am Tagebau Garzweiler: Bündnis will sich in den Weg setzen

Gegen Kohle : Bündnis will sich in den Weg setzen

Rund 500 Menschen nehmen nach Angaben der Veranstalter aktuell am Klimacamp im Laheypark bei Kückhoven teil. Bisher standen Workshops, die Vernetzung der Teilnehmer untereinander und der Austausch mit den Bewohnern der vom Tagebau bedrohten Dörfer im Mittelpunkt.

Am Samstag will das Aktionsbündnis „Kohle ersetzen“ Braunkohleinfrastruktur blockieren. Wir liefern einen Überblick über das, was beim Klimacamp bisher geschah und noch folgen soll.

„Kohle ersetzen“: Das Bündnis plant, Infrastruktur von RWE lahmzulegen. Ob es sich dabei um ein Kraftwerk, einen Tagebau oder eine Kohlebahnstrecke handelt, ist bislang offen. Dabei setzt das Bündnis auf „zivilien Ungehorsam“. Möglicherweise werden sich mehrere Hundert Teilnehmer der Protestaktion dabei zu einer Sitzblockade formieren.

Das Bündnis möchte die juristischen Konsequenzen für die Teilnehmer möglichst gering halten. Das könnte darauf hindeuten, dass die Grenzüberschreitungen weniger stark sein werden als bei Aktionen von „Ende Gelände“. Trotzdem ist davon auszugehen, dass sich die Polizei den Aktivisten entgegenstellen wird.

Andere Demonstrationen: Die Organisatoren des Klimacamps haben sich das Ziel gesetzt, sehr vielfältig zu demonstrieren. Es gab beispielsweise zwei Fahrrad-Demos. Die erste wurde organisiert von „Alle Dörfer bleiben“ und dem ADFC. Sie führte rund 40 Teilnehmer auch in die bedrohten Orte Keyenberg und Berverath. Dort schauten sich die Teilnehmer Kirche, Schule und Kapelle an. Sie kamen auch mit Bewohnern der Orte ins Gespräch. Eine weitere Fahrrad-Demo, organisiert von „Fridays for Future“, führte zum Tagebau, wo eine Kundgebung stattfand. Zusätzlich gab es noch eine Rallye, bei der die Teilnehmer unterschiedliche Aufgaben erledigen sollten.

Am Samstag beginnt um 10 Uhr (Start im Klimacamp) eine Führung der „Kritischen MedizinerInnen Deutschland“ zum Thema „Klimawandel und Gesundheit“. Es geht nach Kuckum, Keyenberg und zum Tagebau Garzweiler.

Das zehnte Klimacamp: Das Klimacamp am Tagebau Garzweiler findet nun bereits zum zehnten Mal statt. Für viele Beobachter gilt das Klimacamp als eine der Keimzellen der Klimaschutzbewegung, die spätestens seit dem Schülerprotest von „Fridays for Future“ in breiten gesellschaftlichen Schichten angekommen ist. Beim Klimacamp seien Freundschaften, Beziehungen und Projekte entstanden, sagt ein Teilnehmer, der schon in den Anfangsjahren dabei war. Aus vielem, was im Klimacamp geplant und auch nur besprochen wurde, habe sich später etwas entwickelt. „Hier können Menschen erleben, was es bedeutet, fossile Energie zu verbrauchen. Das hat viele geprägt“, sagt der Teilnehmer.

Kontakt nach Erkelenz: Der Kontakt zu den Anwohnern in Erkelenz war wohl nie so groß, wie in diesem Jahr. Das Bündnis „Alle Dörfer bleiben“, in dem vorwiegend Bewohner der bedrohten Orte an den Tagebauen in Deutschland organisiert sind, ist im vergangenen Jahr beim Klimacamp entstanden. Diesmal ist die Gruppe mit eigenem Zelt und Programm dabei.

Kinderprogramm: Das Klimacamp möchte sich für Kinder und Jugendliche öffnen und somit auch Familien die Teilnahme erleichtern. Deshalb gibt es in diesem Jahr erstmals ein Kinderprogramm mit Workshops wie Papierschöpfen und Schafswollekissen weben. Teile des Erwachsenenprogramms wurden auch für Kinder geöffnet.

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