Kirchhovener Missionskreis sammelt für Bolivien

Spendenaktion für Bolivien : Sammeln für ein sicheres Dach über dem Kopf

Der Missionskreis der Pfarrgemeinde St. Hubertus Kirchhoven, der seit über 30 Jahren die Arbeit von Schwester Christa für die Ärmsten der Armen in Santa Cruz in Bolivien unterstützt, freute sich sehr, die aus Waldfeucht stammende Arenberger Dominikanerin dieses Mal wieder persönlich zum zweitägigen Verkaufsbasar im Pfarrheim begrüßen zu können.

Es gab erneut reichlich Selbstgemachtes zu kaufen wie Marmeladen, Plätzchen oder Socken, aber auch liebevoll gefertigte Dekorationen für die Herbst- und Adventszeit. Und natürlich war auch für das leibliche Wohl wieder bestens gesorgt. Schwester Christa hatte zudem Arbeiten aus Bolivien für den Verkauf mitgebracht, darunter auch Taschen, die aus handgewebtem Stoff bestanden.

Die Schwester, inzwischen 88 Jahre alt, ist heute nicht mehr selbst in Bolivien, sondern engagiert sich im Mutterhaus der Arenberger Dominikanerinnen in Koblenz per Computer für das Projekt in Santa Cruz. Vor Ort hätten inzwischen verlässliche bolivianische Schwestern die Arbeit übernommen, berichtete die aus Waldfeucht stammende Nonne ihren Freunden und Verwandten, allen voran natürlich ihrem Cousin Hans-Josef Geffers, der den Missionskreis leitet. Aktuell besuchen 1700 Kinder die Schule der Dominikanerinnen in Santa Cruz, 190 weitere Besucher zählt der Kindergarten. 400 Kinder bleiben täglich zum Mittagessen.

Wie sie auch in der heiligen Messe in St. Hubertus berichtete, benötigt das Projekt darüber hinaus aktuell finanzielle Mittel, um große Geschwistergruppen in der Schule zu unterstützen, die ihre Eltern verloren haben. „Da sind zum Beispiel diese acht Kinder: Der Vater kam vor zwei Jahren von der Holzfällerarbeit im Urwald nicht zurück, die Mutter starb Ende des Jahres an Tuberkulose“, erklärte die Schwester. „Die Kinder sind alle bei uns in der Schule, die beiden Kleinsten im Kindergarten.“

Nach dem Tod der Mutter habe man den Kindern nun das Wellblech-Zimmer gekündigt, in dem sie gewohnt hätten. Einige Kinder seien krank. Die Nachbarschaft helfe, aber das sei auch nur sporadisch möglich. Die älteren Kinder würden inzwischen morgens vor dem Unterricht Brot backen, das die jüngeren Geschwister von Haus zu Haus verkaufen würden. Sonntags würden die Kinder Suppe verkaufen, um die Miete zu zahlen. „Sie bieten sich auch an, fremde Wäsche zu waschen, aber es muss grundsätzlich geholfen werden“, so Schwester Christa, die nun dafür sorgen will, dass mit den Spenden aus Kirchhoven für die acht Kinder mindestens ein eigenes Zimmer mit Toilette gebaut wird.

Weiter erläuterte sie die Situation einer Großmutter, die mit und für ihre sieben Enkel lebe. „Die Eltern der Kinder waren illegal nach Spanien gegangen, um dort für einige Jahre Geld für die Ausbildung ihrer Kinder zu verdienen. Beide verunglückten dort tödlich“, sagte sie. „Die Kinder essen bei uns in der Schule, haben aber kein festes Zimmer. Für ein paar Woche wird ihnen eine Hütte angeboten, dann geht die Suche wieder los.“ Auch ihnen wollen Christa und ihre Mitschwestern jetzt helfen, dauerhaft ein sicheres Dach über dem Kopf zu haben.

Die Eltern in der Schulgemeinschaft würden alle handwerklichen Arbeiten übernehmen, berichtete sie. Bei so vielen Schülern gebe es „Väter für alles“. Geld werde so „nur“ für das Baumaterial gebraucht. Das gestalte sich jedoch schwierig, da ständig neue Aktionen für den Kindermittagstisch oder für kranke Kinder die vorhandenen finanziellen Ressourcen aufbrauchen würden.

Daher erklärte sie, weitere Spenden für dieses Projekt verwenden zu wollen. Platz in Waisenhäusern gebe es für so viele Kinder nämlich gar nicht. Zudem seien sie in der Nachbarschaft zu Hause und in der Schule geborgen. „Die Schwestern und auch Lehrer sorgen sich nicht nur als Lehrer, sondern auch wie Mütter um sie“, berichtete sie. „Und die älteren Geschwister sind sehr verantwortungsbewusst.“