Wassenberg/Kreis Heinsberg: Kindertagesstätten: Beim U3-Ausbau völlig im Plan

Wassenberg/Kreis Heinsberg: Kindertagesstätten: Beim U3-Ausbau völlig im Plan

Man könnte sagen, dass das Kreisjugendamt, die Träger der 48 Kitas in der Region und die Kommunen im Kreis Heinsberg eine echte Punktlandung hingelegt haben. Wenn in knapp fünf Wochen, am 1. August, der bundesweite Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- und zweijährige Kinder in Kraft tritt, dann liegen die Kommunen im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes im Soll.

Beinahe könnten sich die Beteiligten nach einem jahrelangen Kraftakt entspannt zurücklehnen. Doch nur beinahe, denn in sieben Einrichtungen wird noch auf die Überarbeitung von Bauanträgen gewartet. Erst Ende 2014 werden alle Maßnahmen zum U3-Ausbau im Kreis endgültig abgeschlossen sein. Immerhin: In 41 Kitas ist der Umbau bereits in vollem Gange oder bereits abgeschlossen. „Auch in der Kita Apfelbaum sind wir bereit“, zeigte sich Hermann Zohren, Vorsitzender des Trägervereins der Kita, zufrieden. Insgesamt 588 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren stehen bereit.

Die Landtagsabgeordnete Ruth Seidl (Mitte) besuchte die Kita Apfelbaum und ließ sich von den Beteiligte der Umbaumaßnahmen über die Fortschritte informieren.

Von den Fortschritten im U3- Ausbau konnte sich die Landtagsabgeordnete Ruth Seidl gestern in der Kita Apfelbaum in Wassenberg und anschließend im Katholischen Kindergarten St. Georg persönlich überzeugen. Nicht nur sie, sondern viele Mitglieder der grünen Landtagsfraktion waren im Land unterwegs, um sich ein Bild davon zu machen, wie der Ausbau vorangeht. Und dabei mussten sie auch leise Kritik hinnehmen — so wie von den Beteiligten im Kreis Heinsberg.

Denn: Die angepeilte Betreuungsquote von 32 Prozent bis zum 1. August ist zu niedrig. Der Bedarf sei um einiges höher. Alle Kommunen — mit Ausnahme der Gemeinde Selfkant — liegen deutlich über der Bedarfsquote. Allein in Wegberg erreicht die Quote der von den Eltern in den Einrichtungen angemeldeten zweijährigen Kinder satte 73,1 Prozent, in Wassenberg liegt sie bei 59,6 Prozent und in Übach-Palenberg bei 58,9 Prozent. Um den Bedarf doch zu decken, seien dort und in anderen Kommunen Übergangslösungen gefunden worden, erklärte Kreisjugendamtsleiter Hans-Jürgen Oehlschläger.

Übergangslösungen

Dazu gehören die sogenannten Containeralternativen. „Man darf vor diesem Wort nicht erschrecken, denn es handelt sich bei den Containern um qualitativ hochwertige in Fertigbauweise. Sie verfügen über Toiletten, Küche und Gruppen- und Nebenräume und sehen gar nicht mehr wie Container, die man in den 70er Jahren an Schulen sah, aus“, so die leitende Kreisverwaltungsdirektorin Liesel Machat. Allein diese Übergangslösung kostet rund 50 000 Euro, die durch das Aufstellen, die Miete und das Legen der Versorgungsanschlüsse an Kanal und Wasser zusammenkommen.

In mancher Kita müssen die Kinder auch ein Stück enger zusammenrücken, denn auch Überbelegungen müssen Eltern, Kitas und Politiker in Kauf nehmen. Aber dies sei die intelligenteste Alternative mit Blick auf die nächsten Jahre. „Auf diese Weise können wir die derzeitige Nachfrage befriedigen, ohne anzubauen. In den Jahren 2014, 2015 und 2016 wird die Nachfrage nach U3-Betreuungsplätzen noch hoch sein, danach wird sie vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wieder abnehmen“, sagt Friedhelm Sieben vom Kreisjugendamt.

Und auch was die Finanzierung angeht, war der U3-Ausbau nicht immer unproblematisch. 6,5 Millionen Euro aus Mitteln von Bund und Land seien allein im Bereich des Kreisjugendamts verbaut worden. Gereicht hat das noch lange nicht. 1,4 Millionen Euro musste der Kreis noch zuschießen, von denen er nun hofft, sie vom Land zurückfordern zu können.

Die Beteiligten nutzten den Besuch Seidls noch, um mit ihr über bürokratische Hürden beim Kita-Ausbau und insbesondere beim Kibiz zu sprechen und die Themen Inklusion und Personalmangel anzuschneiden. Diese Anregungen, so hat Seidl versprochen, werde sie in Düsseldorf thematisieren.