Geilenkirchen/Heinsberg: Kiffer kommt mit Bewährungsstrafe davon

Geilenkirchen/Heinsberg : Kiffer kommt mit Bewährungsstrafe davon

Zu den frustrierenden Teilen des Richterberufs zählt, dass allzu oft dieselben Gestalten vor ihnen auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Gerade im Bereich der Drogenkriminalität wird gegen viele schon wieder ermittelt, kaum dass sie den Knast verlassen haben. Bei J., der sich diese Woche vor dem Geilenkirchener Schöffengericht verantworten musste, waren alle Prozessbeteiligten am Ende einer rund einstündigen Verhandlung guter Dinge, dass es anders kommt.

So gesehen wäre es für J. großes Glück gewesen, dass bei seiner Mutter, mit der er in Heinsberg lebt, im September 2017 eine Hausdurchsuchung stattfand. Die Ermittler fanden 205 Gramm Cannabis. Aus juristischer Sicht ist das eine „nicht geringe Menge“, für J. handelte es sich nach seinen Worten um den persönlichen Jahresbedarf.

Für den Angeklagten J. war es in jeder Hinsicht eine besondere Woche. Just am Tag vor seiner Hauptverhandlung hatte er einen Job angetreten — der erste überhaupt für den 30-Jährigen. Die Zeit seit dem Realschulabschluss hatte er neben dem Cannabispflanzen offenbar maßgeblich vor der Konsole verbracht. Freunde leisteten ihm dabei Gesellschaft, gemeinsam brachte man durch, was J.s Cannabispflanzen so abwarfen.

Die Jahre lösten sich auf in Pixel und Rauch. Handel habe er zwar nicht betrieben, allerdings hätten ihm die Besucher hin und wieder ein wenig Geld zugesteckt, gab J. zu. Die letzten Worte vor dem Urteil gehörten J., er nutzte sie, um sich bei seiner Mutter zu entschuldigen.

Letztlich stufte das Gericht J.s Vergehen im Einklang mit der Staatsanwaltschaft als minderschweren Fall ein. Für den unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit deren Verkauf wurde J. zu einer Gefängnisstrafe von neun Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

(jpm)