KG Flöck op Wegberg proklamiert Dreigestirn

KG Flöck op Wegberg : Dreigestirn kündigt gerechte Regentschaft an

Dass verdiente Karnevalisten einem Dreigestirn angehören, ist durchaus keine Seltenheit. Was aber an Ehrentiteln, Auszeichnungen und Verdiensten beim Dreigestirn der Wegberger Karnevalsgesellschaft Flöck op zusammenkommt, damit könnte man problemlos einen Straßenzug des Rosenmontagszuges zupflastern.

Gutgelaunt hatten sich die Karnevalisten des Wegberger Stadtgebietes im Rittersaal der Burg Wegberg zusammengefunden, um ein erstes Mal das diesjährige Dreigestirn bei der Proklamation zu bejubeln. Jahrelang hat Bernd Heiss den Vorsitz der Vereinigung der Karnevalsgesellschaften der Erkelenzer Lande (VKEL) geführt, nun krönt er seine karnevalistische Laufbahn als Prinz Bernd II. im Dreigestirn der Mühlenstadt.

Er versprach, den ursprünglichen Karneval gut zu bewahren und gerecht über die Narren zu regieren. Willi Dohmen, der amtierende Schützenkönig in Wegberg-Merbeck, wird als Bauer Willi durch die Säle ziehen und den „Dreschflegel schwingen, wenn manche Leute es zu bunt treiben.“ Schönheit und Reinheit der Mühlenstadt verkörpert die Jungfrau Helene, der Ehrenvorsitzende der Gesellschaft, Ralf Barten. Mit Lieblichkeit, Spitzenhose und seiner ganzen ausgestopften Weiblichkeit will er die Narren zu verzaubern. Der Name „Helene“ ist übrigens ein Wunsch von Prinz Bernd II., der ein großer Fan von Helene Fischer ist.

Ihr 140-jähriges Bestehen feiert die KG Flöck op in dieser Session. Das ist kein karnevalistisches Jubiläum, aber Grund genug für Präsidentin Sonja Opwis, den Mitgliedern an der Basis herzlich zu danken. Offen, bunt und facettenreich sei das Vereinsleben in Wegberg, stellte sie zufrieden fest. Immerhin gebe es in Wegberg auf einer Stadtfläche von 85 Quadratkilometern sechs Karnevalsvereine. Sie beschwor nicht nur Spaß an der Gemeinschaft, am kreativen Gestalten und Feiern, sondern fand auch nachdenkliche und sorgenvolle Worte für die Zukunft des Karnevals: Der demographische Wandel und die Anforderungen des beruflichen Alltags machen ehrenamtliches Engagement schwierig; Gesetze für das Ausrichten von Veranstaltungen lassen kaum Handlungsspielraum übrig; Rahmenbedingungen von Verwaltung und Politik gefährden die Wirtschaftlichkeit von Vereinen. Alkohol und Koma-Saufen seien öffentlich präsente Themen, und in diesem Jahr würden sogar die Karnevalskostüme kritisch beäugt. „Deshalb müssen wir für unsere Belange mit gutem Beispiel, aber nicht überzogen vorangehen“, forderte sie.

Hajo Bülles, der Präsident des Verbandes Karnevalsvereine der Aachener Grenzlandkreise (VKAG), ehrte Bernd Stollenwerk und Walter Kolacz mit dem BDK-Verdienstorden in Silber. Das Grenzlandwappen erhielten Reimund und Beate Kohnen, Wilma Müller und Karl Stache. Der Verbandsorden ging an Reinhard und Betty Gotzes, Maio Müller und Gerd Opwis. Über das BDK-Treueabzeichen für den karnevalistischen Tanzsport freuten sich Viviane Broy, Annabel Sturm, Chantal Müller, Emilia Propp und Emma Kappes.

Mehr von Aachener Nachrichten