Wir schafft man es als Unternehmen in die Zeitung?: Keine Werbung, sondern echte Themen

Wir schafft man es als Unternehmen in die Zeitung? : Keine Werbung, sondern echte Themen

Rund ein Dutzend Teilnehmer hatten sich in der Werkbank in der Kreissparkasse in Heinsberg eingefunden. Nach einem langen Arbeitstag stand für die Inhaber und Mitarbeiter von kleinen und mittleren Unternehmen das Thema: „So bringen Sie Ihr Unternehmen in die Medien“ auf dem Programm. Experten gaben Ratschläge zur Planung und Umsetzung.

Mit seinem letzten Projektor-Bild „Hurra, wir sind in der Zeitung“ fasste Veranstalter und Moderator Frank Bärmann von der Agentur „conpublica content & pr“ das Ziel des Themenabends plakativ noch einmal zusammen. Zuvor hatte er in seinem Vortrag eindrücklich dargestellt, welche Inhalte auf dem Weg zum gewünschten Ergebnis zu beachten seien.

Mit Heinz Neumann, Redakteur beim Bonner Fachmagazin Crisis Prevention, und Thorsten Pracht, Leiter der Lokalredaktionen unserer Zeitung, standen zwei erfahrene Journalisten als Experten Rede und Antwort.

Sechs Schritte

Sechs Schritte bis zum Ziel seien zu beachten, lautete Bärmanns Lösung. „Klären Sie zunächst, was Sie mit dem Auftritt in den Medien wollen“, erläuterte er den ersten Schritt. Ein Text fürs eigene Ego sei dabei eher kontraproduktiv, eine dauerhafte Kooperation mit den Medien einzugehen dagegen eher zielführend. Als nächster Schritt sei zu überlegen, welche Medien (Lokalpresse, Fachpresse, online oder gedruckt) die passenden für das eigene Unternehmen seien. „Das Thema bestimmt die Zielmedien“, betonte Bärmann.

Noch wichtiger sei aber, welche Geschichte es zu erzählen gebe. Die müsse mit einem Alleinstellungsmerkmal herausragen aus den vielen anderen gleichartigen, und sie müsse für eine Leserschaft interessant und von öffentlichem Interesse sein. Um die richtigen Medien und die dortigen Ansprechpartner zu finden, stünden zur Recherche als Lösungen von Software-Modulen bis zu Dienstleistern aus dem PR- und Content-Bereich zur Verfügung. „Bereiten Sie sich auf das Erstgespräch mit Redakteuren vor. Schauen Sie auf Ihr Anliegen auch aus der Perspektive eines Redakteurs“, lauteten die Ratschläge an die Teilnehmer. „Und beachten Sie, dass seriöser Journalismus immer an den Pressekodex gebunden ist“, ergänzte Bärmann.

Der beinhalte im Wesentlichen, dass ein redaktioneller Text von Werbetext zu trennen sei. „Wer in seiner Pressemitteilung Werbung für seine Produkte oder Leistung verstecken will, muss sich nicht wundern, wenn diese im Papierkorb lande“, unterstrich Bärmann die Beachtung dieser Regel. Auch der erste Kontakt zu den Medienvertretern sei sorgsam vorzubereiten. In einem kleinen Rollenspiel zusammen mit dem Fachjournalisten Neumann führte Bärmann vor, wie ein Telefonkontakt erfolgreich oder negativ verlaufen könnte.

„Wer Werbung will, ist in den Redaktionen an der falschen Adresse“, griff auch Thorsten Pracht Inhalte des Pressekodex auf. „Wir sind immer auf der Suche nach interessanten Inhalten“, ermunterte er aber ebenso dazu, Kontakte  zu den lokalen Redaktionen zu knüpfen. Die Geschichten sollten einen Mehrwert für den Leser haben, betonte Pracht. Dabei sei eine Geschichte über Menschen in den Unternehmen unterhaltender als eine Geschichte über Maschinen.

Andere Lesegewohnheiten

Pracht ergänzte noch seinen Beitrag mit Hinweisen auf den Umbruch der Printmedien, weil die Lesegewohnheiten sich geändert hätten. Rund 60 Prozent der Leser nutzten den Internetauftritt und die Epaper-Ausgabe. Auch hierfür sei klar, dass zum Geschäftsmodell des Medienhauses weiterhin „guter Journalismus mit hoher Qualität“ gehöre.

Für die Kontaktaufnahme zu den Redakteuren gelte die schon erwähnte Vorbereitung auf Seiten der Unternehmen.  Zu den anschließenden Fragen aus dem Teilnehmerkreis standen die Experten Rede und Antwort. Ob es zu einem Jubelruf á la „Hurra, wir sind in der Presse“ kommen wird, liegt nun in der Hand der Teilnehmer.

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