Kerkever Jekke: Prunksitzung verdient das Prädikat „fernsehreif“

Kerkever Jekke: Prunksitzung verdient das Prädikat „fernsehreif“

Das Prädikat „fernsehreif“ hat sie sich in dieser Session wahrlich verdient, die Prunksitzung des KV Kerkever Jekke, live ausgestrahlt im großen Festzelt am Freibad mit über 500 Gästen.

Grundlage dafür war nicht nur das von Präsident Johannes Geiser moderierte Programm, ausgewogen und mit echten Highlights, sondern auch ein Publikum, das von Anfang an voll mitging. Hinzu kam mit Markus I. (Laumen) vor allem ein frisch proklamierter Prinz, der sein schauspielerisches Talent voll in die Waagschale zu werfen wusste.

Erster Höhepunkt war schon der Laudator für den Prinzen, sprach doch da „von Prinz zu Prinz, von Markus zu Markus“ Regionalvikar Markus Bruns, der in der vergangenen Session beim Heinsberger Karnevalsverein selbst das Zepter geschwungen hatte. Er verriet so manch bisher Verborgenes aus dem Leben seiner Tollität, der im richtigen Leben Leiter eines Altenheims in Übach-Palenberg ist. Begonnen habe er seine berufliche Karriere einst als Schneider, erklärte Bruns und präsentierte sogleich Tochter und Tanzmarie Elisa mit dem selbst kreierten Kostüm vom Papa. Perfektionist, Ästhet und „Hardcore-Frühaufsteher“ waren weitere Attribute, die der Seelsorger dem geselligen Prinzen zuschrieb.

„Man merkt, wuvann et kütt, dä steht jede Sonndech en de Bütt!“, lobte der Prinz nach seiner Inthronisierung seinen Laudator. Schon 50 Jahre sei er jetzt Mitglied in dessen katholischem Verein. Bei den Jekke gebe es dafür ´ne goldene Nadel, schmunzelte er und hatte damit das Eis schon längst gebrochen. Ohne Prinzessin stieg er auf den Thron und habe nun, nach längerer Trennung von seiner Frau, seine alte Liebe doch wiedergefunden, gab er preis. Jetzt könne sie zwar nicht als Prinzessin an seiner Seite stehen. „Doch lass uns darüber scherzen, Du bist die Königin in meinem Herzen!“, rief er ihr unter großem Jubel des Publikums zu.

Schließlich verkündete er seine drei närrischen Regeln, denen zufolge im Karneval niemand alleine sein darf, alle tanzen, schunkeln, springen und klatschen müssen, zudem alle in jedes Lied einstimmen und sich des Lebens freuen sollen. Dass er das alles schon kann, bewies er zusammen mit seinem großen Hofstaat bei seinem Sessionslied, das bei seiner großen Liebe für griechischen Weinbrand natürlich eine Sirtaki-Melodie hatte und in dem auch sein Motto vorkam: „Et ess doch Fastlovend“, lautet es.

Der Spielmannszug Grün-Weiß, der den Hofstaat auf die Bühne gebracht hatte, machte dann die Bretter frei für Nele von der Ruhrern als erstes Tanzmariechen. Elisa Laumen und Kathrin Louis sollten ihr im Laufe des Abends noch folgen. Die drei Solistinnen sind jedoch nicht die einzigen tänzerischen Aushängeschilder, die in Kirchhoven ihr Zuhause haben. Großen Beifall erhielten auch die kleine und die große Tanzgarde sowie die Seniorengarde. Damit nicht genug, nennen die Jekke auch noch eine große Showtanzgruppe ihr eigen, die mit ihrem Gladiatoren-Auftritt nach schon fast fünf Stunden Programm immer noch für restlose Begeisterung sorgte.

Gut gewürzt dazwischen hatte Geiser das Programm mit Koryphäen der Kategorie Wort. Den Anfang machte Bauchredner Peter Kerscher, der nicht nur mit Kuh Dolly witzelte und sang, sondern auch mit dem Prinzen. „Ihr wart wie ein roter Teppich für mich“, lobte er sein Publikum. Hastenraths Will setzte natürlich als Lokalmatador noch einen drauf fürs „schönste Seebad von Heinsberg“ mit Lago und Freibad. „Und ihr habt noch echte, handgemachte Musiker auf de Bühne“, lobte er den Instrumental-Verein als Sitzungskapelle.

Abgerundet wurde das Programm vor dem großen Finale mit der Band „De Kellerjunges“ von Lydia und Rolf Goliasch als „Beckendorfer Knallköpp“, vom Besuch des Stadtprinzenpaares mit der KG Karker Rabaue, von dem Gesangsduo Martin Knop und Michael Pelzer sowie einem Stelldichein aller Prinzenpaare, die aus Heinsberg, Gangelt und aus dem Selfkant zur Sitzung gekommen waren.

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