Heinsberg-Oberbruch: Jugendeinrichtung Oase darf sich „Faires Jugendhaus“ nennen

Heinsberg-Oberbruch : Jugendeinrichtung Oase darf sich „Faires Jugendhaus“ nennen

Die Jugendeinrichtung Oase in Oberbruch hatte ihr Siegel „Faires Jugendhaus“ kaum enthüllt, da hatten die Kinder und Jugendlichen die Schokoladenkekse mit dem Fairtrade-Siegel schon vollständig verputzt.

Nach über einem halben Jahr Arbeit darf sich die Jugendeinrichtung endlich „faires Jugendhaus“ nennen. Diese Aktion wird von der Evangelischen Jugend im Rheinland initiiert. So werden Einrichtungen unterstützt, die sich für einen verantwortlichen Konsum einsetzen. Kinder und Jugendliche sollen für ein ökologisches Bewusstsein und den Aspekt der Nachhaltigkeit sensibilisiert werden.

Fairtrade kennenlernen

„Es war ein langer Weg dorthin. Wir mussten alles genau dokumentieren“, sagt Angela Simon, Leiterin der Jugendeinrichtung. Zusammen mit der Jahrespraktikantin Chantal Franke und einer sechsköpfigen Gruppe jugendlicher Ehrenamtler sorgte sie dafür, dass die Kids der Oase an das Thema Fairtrade herangeführt wurden.

„Wir haben erstmal damit angefangen, den Jugendlichen den Begriff Fairtrade näher zu bringen und zu vermitteln. Dann haben wir eine Fotoaktion gestartet, bei der die Kinder in den Supermärkten und Discountern vor Ort nach fairen Produkten Ausschau halten sollten“, sagt Simon.

Recycling-Aktionen

Mit der Zeit seien dann zahlreiche Ideen entstanden und verschiedene Vorhaben in Angriff genommen worden. Regelmäßig gibt es vegetarische Gerichte. Das sei den Kindern und Jugendlichen am Anfang gar nicht geheuer gewesen, später waren sie begeistert, wie gut vegetarisches Essen doch schmecken kann. Auch Recycling-Aktionen stehen ganz oben auf der Liste der Oase.

Rosa Spardosen aus Plastikflaschen, Handtaschen aus alten Jeanshosen, ein neuer Tisch aus Europaletten — hier heißt es: „Aus alt mach neu!“ Die Kinder können sich einfach kreativ austoben. Jeder könne seine Ideen einbringen, sagt Simon. Die nächsten Projekte sind jetzt Faltportemonnaies aus altem Leder und Schilder aus Kronkorken.

Doch die errungene Auszeichnung bedeutet nicht, dass sich die Jugendeinrichtung jetzt auf ihren Lorbeeren ausruhen darf. Um die Zertifizierung behalten zu dürfen, müssen die fairen Möglichkeiten und Angebote aufrecht erhalten bleiben. Darin sieht Simon aber kein Problem. „Das Essen kommt gut an, wir haben fair gehandelten Orangensaft, Schokolade und Schokoladenkekse“, sagt Simon.

Auch die Ferienspiele im Sommer sollen ganz unter dem Motto Fairtrade stehen. Es wird vegetarisch und vegan gegrillt, dazu gibt es selbstgemachte Butter.

Tolle Arbeit geleistet

Unterstützt wird die Einrichtung von der Evangelischen Kirchengemeinde Heinsberg. Ansonsten gebe es keine Gelder für diese Kampagne, sagt Simon.

Pfarrer Sebastian Walde freut sich über das Engagement, das Interesse und vor allem den Spaß, den die Kinder und Jugendlichen bei der Sache haben. „Die pädagogischen Mitarbeiter haben hier etwas ganz Tolles geleistet. So ein Thema hier zu verorten, in einem sozialen Brennpunkt, dazu bedarf es schon Mut.“

(cap)