Schlagfertig: Jugend debattiert über Tempolimit

Schlagfertig : Jugend debattiert über Tempolimit

Dieses Jahr war der Schulwettbewerb „Jugend debattiert“ an der Betty-Reis-Gesamtschule Wassenberg besonders spannend.

Nicht nur, weil einige Debattierer, die in den Vorjahren die Spitzenplätze belegten, aufgrund von Abiturvorbereitung oder Entlassung nach Klasse zehn nicht teilnahmen, sondern auch, da die langjährige Wettbewerbs-Koordinatorin Ilona Klausmann von Susanne Thiel abgelöst wurde. Es war also eine neue Generation am Start.

Beim bundesweiten Schulwettbewerb „Jugend debattiert” erörtern insgesamt vier Schüler – je zwei auf der Pro- und zwei auf der Kontra-Seite – Vor- und Nachteile einer bestimmten Maßnahme, die von der Pro-Seite bezüglich einer gesellschaftlich relevanten Streitfrage vorgestellt wird. Dabei unterscheidet man zwischen den zwei Altersgruppen Klasse acht bis zehn (SekI) sowie der Oberstufe (SekII). Anschließend werden alle Debattierer in den Kategorien Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft bewertet.

Die Sekundarstufe I der Betty-Reis-Gesamtschule diskutierte in diesem Jahr über das Thema, ob bundesweit für alle Hundehalter ein „Hundeführerschein“ vorgeschrieben werden soll.

Die Befürworter der Frage argumentierten unter anderem, dass man die hohe Anzahl der Vorfälle mit Hunden, bei denen es zu Verletzungen kam, reduzieren könne und Mensch und Tier als Team in der Grundausbildung agieren würden. Die Kontra-Seite hinterfragte die Finanzierung, die Notwendigkeit sowie die Umsetzung scharf.

Am Ende überzeugte Felix Niemann (10.6) als bester Rhetoriker. Hinter ihm landeten Maren Mustert (10.6) und Leonie Braun (10.2). Felix und Maren werden ihre Schule auf regionaler Ebene vertreten.

Spaßfaktor berücksichtigen

„Soll in Deutschland ein generelles Tempolimit auf Autobahnen eingeführt werden?”, hieß die Streitfrage in der Oberstufe. Neben Aspekten der Lärmbelästigung und Sicherheit wurde von der Pro-Seite vor allem über die verminderte Umweltbelastung durch die Maßnahme berichtet. Die Gegenseite hielt beispielsweise mit den Argumenten entgegen, dass Schiffe und Flugzeuge die Umwelt viel stärker belasten würden und man den Spaß- und Freiheitsfaktor zu berücksichtigen habe.

Mit einer sehr starken inhaltlichen und sprachlichen Leistung überzeugte Michelle Skvaridlo aus der Q1 am meisten und wird ihre Schule mit der Zweitplatzierten, Leonie Paulzen (EF), ebenfalls regional vertreten. Die Plätze drei und vier wurden belegt von Christopher Zahren (Q1) und Patrick Sieberichs (EF).

Im vergangenen Jahr erreichte die Betty-Reis-Gesamtschule die Landesebene – die bisher beste Platzierung der Schule in diesem Wettbewerb. Lehrerin Susanne Thiel rechnet sich gute Chancen aus, dieses Niveau auch in Zukunft halten zu können, nicht nur in der Sekundarstufe II. „Schön wäre es natürlich, wenn wir in beiden Altersklassen so weit kämen, dass wir am Regionalfinale teilnehmen können”, sagte Thiel.

Sie könne die Konkurrenz aufgrund ihrer ersten Teilnahme als Koordinatorin zwar schwer einschätzen, erklärt jedoch auch, dass „alle Schüler der fünf Schuldebatten gut vorbereitet waren und eine starke Sachkenntnis aufweisen konnten“.