Hückelhoven: James Blunt spielt beim Hückelhovener Schacht 3

Hückelhoven: James Blunt spielt beim Hückelhovener Schacht 3

Für einen Briten hat er den Namen „Hückelhoven“ mit Bravour gemeistert: James Blunt hat am Donnerstag das viertägige Festival Sommermusik Schacht 3 eröffnet, das zum ersten Mal in Hückelhoven stattfindet — und er hat die Messlatte für die kommenden Künstler schon recht hoch gelegt.

Blunt hat aber auch Übung. Schließlich ist er seit über einem Jahr mit seinem neuen Album Afterlove auf gleichnamiger Welttournee.

„Wir haben in Nordamerika, Südamerika, Neuseeland und Russland gespielt“, erklärt Blunt den rund 3000 Menschen vor Ort, „aber das war alles bloß Übung — für den großen Auftritt in Hückelhoven.“ Lachen im Publikum. Genau eineinhalb Stunden spielt Blunt mit seiner Band. Bei der Anmoderation wirkt seine Stimme etwas heiser, wie ein Zeichen der letzten zwölf Monate. Den Liedern ist das aber nicht anzumerken. Professionell mit der nötigen Portion gute Laune auf der Bühne spielt er die Greatest Hits seiner Karriere, aber auch einige neue Songs seines aktuellen Albums.

Wenn die Lieder es rhythmisch zulassen, springt der Sänger immer wieder mit seiner Gitarre vor dem Körper von einer Seite der Bühne zur anderen, animiert zum Mitsingen und Klatschen. Oft genug ist das Scheinwerferlicht vor der dunklen Bühne auch nur auf ihn mit der Gitarre oder am Klavier gerichtet. Blunt bietet so eine ausgeglichene Mischung seiner verträumt melancholischen Liebeslieder und schnelleren tanzbaren Songs. Letztere bestimmen vor allem die zweite Hälfte der Show, was dem Konzert stimmungsmäßig sehr gut tut.

Blunt weiß genau, was er macht. Seine Moderationen unterscheiden sich kaum von denen vergangener Konzerte. Die Routine macht sich bemerkbar, ohne dass die Qualität seiner Vorstellung leidet, aber den Verlauf erwartbar macht. Die Individualität des Abends kommt daher weniger von der Bühne als von der Umgebung. Vor der Zeche Sophia Jacoba, die immer wieder vom Bühnenlicht angestrahlt und so ein Teil von ihr wird, entsteht eine besondere Atmosphäre. „So etwas könnte man ruhig öfter hier veranstalten vor so einer tollen Kulisse. Gerade in so einem kleineren Rahmen mit Nähe zur Bühne macht es besonders Spaß“, erklärt eine Besucherin nach dem Konzert. Tatsächlich ist Blunt größere Mengen und Gelände gewohnt. Mit „Bonfire Heart“ und einem „Gute Nacht, bis später“ verabschiedet sich Blunt unter lautem Applaus von der Bühne und der erste Konzertabend ist damit beendet.

(anne)
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