Jahresbericht: Schuldnerberatungsstelle hilft 1363 Haushalten

Insolvenz : Die Schuldnerberatung hat viel zu tun

In ihrem Jahresbericht 2018 wirft die Schuldner- und Insolvenzberatung des Diakonischen Werkes des Kirchenkreises Jülich den Blick zurück auf 20 Jahre ihres Bestehens. Die in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Heinsberg eingerichtete Beratungsstelle mit Sitz in Hückelhoven in der Haagstraße 10 beschreibt den Bedarf an fachlicher und sozialer Beratung überschuldeter Menschen als weiterhin hoch.

Die Beratungsstelle ist seit ihrer Gründung am 1. Oktober 1998 in den Räumen der Evangelischen Kirchengemeinde Hückelhoven untergebracht. „Mit aktuell vier Vollzeitstellen und einer Sekretariatsstelle sind im Berichtsjahr 1363 Haushalte beraten worden“, benennt Tonja Schreck als Leiterin die Fallzahlen. Sie ist seit 1998 dabei und zieht für die letzten beiden Jahrzehnte das Fazit: „Insgesamt konnten wir in den zwei Jahrzehnten 5400 Verbraucherinsolvenz-Anträge bis zur gerichtlichen Eröffnung beratende begleiten. Im gleichen Zeitraum wurden 4000 Bescheinigungen für die Eröffnung eines Pfändungsschutz-Kontos ausgestellt.“

Wertschätzung für die geleistete und erfolgreiche Arbeit sowie den Dank an die Mitarbeiter der Beratungsstelle mit Christel Hußmann, Angelika Kusch-Fischer, Klause Wiese und Wolfgang Meier als Berater sowie Sekretär Ludwig Buchenau brachten Superintendent Jens Sannig und der Geschäftsführer des Diakonischen Werks des Kirchenkreises Jülich, Herbert Hamann, zum Ausdruck.

„Mit rund 350 Beratungsfällen pro Vollzeitstelle im letzten Jahr bleiben die Beratungsschwerpunkte auf Schuldnerberatung und Insolvenzberatung zwar konstant hoch, aber darüber hinaus besteht das Thema der Überschuldung nicht alleine als ein finanzielles Problem“, betonte Hamann.

Das Konzept der Beratung berücksichtige neben der Schuldenregulierung, dem Schuldnerschutz und der Existenzsicherung auch die nicht selten vorhandenen psychosozialen und familiären Seiten der Ratsuchenden, betonen Wiese, Meier und Hußmann als erfahrenes Beratungsteam.

Zu den weiteren Arbeitsfeldern gehört die Zusammenarbeit mit dem Migrationsfachdienst, gerade auch für Ratsuchende, die aufgrund der Unkenntnisse im deutschen Vertragsrecht und der Sprachschwierigkeiten in Überschuldungssituationen geraten können.

Der hohe Standard der Beratungen sei auch ablesbar an den kurzen Zeiten für die ersten Kontakttermine oder an kurzfristig ausgestellten Bescheinigungen für die Einrichtung eines Pfändungsschutz-Kontos (P-Konto). Mit der Umwandlung in ein P-Konto wird ein Sockelfreibetrag in Höhe von aktuell 1133,80 Euro vor Pfändungen geschützt und sichert so die Existenz des Schuldners.

Im Gespräch appellierte das Team an betroffene und hilfesuchende überschuldete Menschen, frühzeitig Rat zu suchen. Das Ziel der Schuldnerberatung sei weiterhin, überschuldete Menschen bei der Bewältigung ihrer sozialen und finanziellen Probleme zu helfen und eine neue Lebensperspektive zu vermitteln.

Gerade wegen diesen wichtigen Aufgaben sei die Position des Kreises Heinsberg weiterhin, die Schuldner- und Insolvenzberatung zu unterstützen, betonte die Leitende Kreisrechtsdirektorin Daniela Ritzerfeld als Leiterin des Dezernat III mit dem Amt für Soziales, Jugendamt und Gesundheitsamt. Sie nahm den Bericht der Beratungsstelle erfreut entgegen und dankte für engagierte und erfolgreiche Arbeit.

Die Beratungsstelle ist erreichbar in der Haagstraße 10 in Hückelhoven oder unter 02433-90560.

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