Wegberg-Petersholz: Iraker bastelt „Sprengstoffgürtel“ für den Welttheatertag

Wegberg-Petersholz : Iraker bastelt „Sprengstoffgürtel“ für den Welttheatertag

Am Tag nach dem Polizeieinsatz rund um einen „Sprengstoffgürtel“ in der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) für Flüchtlinge in Wegberg-Petersholz war auch die Staats­anwaltschaft Mönchengladbach schlauer und verfügte über ganz andere Informationen als noch am Dienstagabend: Von einer Bedrohungslage war jedenfalls am Mittwoch nicht mehr die Rede.

Vielmehr soll ein irakischer Bewohner der ZUE ein „Event“ aus Anlass des Welttheatertages geplant und dafür die Attrappe eines Sprengstoffgürtels gebastelt haben.

Laut Staatsanwaltschaft hatte der Iraker am Dienstag eine Mitarbeiterin der Diakonie in der ZUE angesprochen und sie um Tesafilm gebeten. Auf einem Foto habe er ihr dann gezeigt, was er gebastelt habe: einen Sprengstoffgürtel. Diesen habe die Frau gleich für eine Attrappe gehalten. Der Mann, der angab, im Irak als Künstler im Theaterwesen tätig gewesen zu sein, habe gesagt, er habe diesen Gürtel für den Welttheatertag (der am Dienstag war) gebaut.

Er wolle sich den Gürtel umlegen und zur Auszahlungsstelle für Taschengeld gehen. Die Frau solle das Geschehen als Event filmen. Die Frau habe ihm entgegnet, dies sei gar keine gute Idee, schließlich könne er damit Menschen zu Tode erschrecken. Die Mitarbeiterin informierte den Leiter der ZUE. Die Polizei wurde alarmiert. So lief der Einsatz an — „sehr vorsichtig und sehr umfassend, weil man ja nie weiß“, so die Staatsanwaltschaft. So ging auch der Rettungsdienst vor Ort in Bereitstellung. Zusätzlich zur Brandsicherheitswache der ZUE war auch der Leiter der Wegberger Feuerwehr vor Ort.

Gefunden wurde schließlich bei der Zimmerdurchsuchung die Attrappe, die aber entgegen ersten Informationen nicht täuschend echt, sondern vielmehr — so die Staatsanwaltschaft am Mittwoch — „nicht sehr furchteinflößend“ ausgesehen haben soll. Dem Vernehmen nach sollen auch Toilettenpapierrollen beim Bau der Attrappe verwendet worden sein.

Die Polizei nahm den Mann mit, ließ ihn aber später wieder auf freien Fuß. Er soll in die ZUE zurückgekehrt sein.

In dieser Landeseinrichtung leben Flüchtlinge, ehe sie auf kommunale Einrichtungen im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen verteilt werden.

Nach einer vorläufigen Bewertung sei eine strafrechtliche Relevanz in diesem Fall nicht zu erkennen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Eine Bedrohungslage habe es nicht gegeben.

(disch)
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