Weltkonferenz mit illustren Gästen: Internationaler Kongress der Pferdeosteopathen in Obspringen

Weltkonferenz mit illustren Gästen : Internationaler Kongress der Pferdeosteopathen in Obspringen

Rund 170 Teilnehmer aus der ganzen Welt zählte die Weltkonferenz der Pferdeosteopathen, die am Wochenende im kleinen Waldfeuchter Ortsteil Obspringen stattfand, und das nicht ohne Grund.

Der Vorstand des Weltverbands der Pferdeosteopathen, der Worldwide Alliance of Equine Osteopaths (WAEO), hatte in das Institut des Pferdeosteopathen Janek Vluggen eingeladen, der als einer der Gründerväter dieser speziellen ganzheitlichen Heilkunde auch für Tiere gilt.

Praktische Demonstrationen begleiteten die Vorträge von Referenten aus aller Welt bei der Weltkonferenz der Pferdeosteopathen in Obspringen. Foto: Anna Petra Thomas

Während die praktischen Vorführungen mit Pferden im Institut an der Ringstraße stattfinden konnten, fanden sich die Teilnehmer für die Vorträge weltbekannter Referenten im Jugendheim Oase an der Kirche ein. Viele von ihnen hatten dafür weite Reisen auf sich genommen. Sie kamen etwa aus den Vereinigten Arabischen Emiraten oder aus Australien. Auch ein Tierarzt aus der Türkei zählte zu den Teilnehmern. Schirmherr war Bürgermeister Heinz-Josef Schrammen, der den internationalen Gästen der englischsprachigen Veranstaltung nicht nur die Gemeinde Waldfeucht und den Kreis Heinsberg an sich vorstellte, sondern auch für die touristischen Highlights der Region warb.

Neue Diagnoseformen

Mit einem ersten Höhepunkt begann auch die Konferenz am ersten Tag. Dabei stand eine Kamera-Analyse von Pferd und Reiter als einer ganz neuen Diagnoseform der Pferdeosteopathie auf dem Programm. Einen Glanzpunkt unter den hochkarätigen Referenten in der Oase setzte John Lewis, der aus Wales angereist war. Unter dem Titel „Vom trockenen Knochen zum lebendigen Menschen“ hat er eine sehr ausführliche Biografie über Andrew Taylor Still geschrieben, den Gründer der Osteopathie am Ende des 19. Jahrhunderts. Ovationen waren ihm nach seinem Vortrag gewiss.

Zu Ende ging die Konferenz wieder im Vluggen-Institute mit der Behandlung eines Pferdes in einer gemeinsamen osteopathischen Sicht. Beteiligt waren an dieser praktischen Demonstration neben einem Tierarzt auch ein Huforthopäde und ein Pferdezahnarzt. Interessiert verfolgten die Teilnehmer, die sich rund um Vluggen und das Pferd postiert hatten, wie er ein ihm völlig unbekanntes Pferd in Augenschein nahm und nach und nach zu einer Diagnose kam, die auf einem Sturz des Pferdes beruhte. Eindrucksvoll konnte Vluggen unter anderem verdeutlichen, dass das Pferd Probleme mit seinem Gebiss hatte oder auch seinen Schwanz nicht richtig bewegen konnte. „Es fühlt sich an, als hätte es einen Stock verschluckt“, betonte er.

Hohe Anforderungen

Interessierte Besucher waren verwundert, dass das Pferd die Diagnose von Vluggen ohne größeren Protest über sich ergehen ließ. „Die Tiere merken sehr schnell, wer ihnen etwas Gutes tun will“, erklärte Katrin Gieseke die Situation. Sie war aus Hamburg zur Konferenz gekommen. Mitte vergangenen Jahres erst hat sie die Prüfung zur Pferdeosteopathin in Obspringen abgelegt. Inzwischen habe sie in ihrer Heimat so viel zu tun, dass sie nicht einmal dazu komme, eine Internetseite einzurichten, um über ihre Leistungen zu informieren, sagte sie und fügte stolz hinzu: „Die Leute merken schnell den Unterschied.“

Damit meint sie die Ausbildung, die sie am Vluggen-Institute in Obspringen absolviert hat. Vluggen betreibt hier nach seinen Angaben das weltweit einzige Institut, das den hohen Anforderungen des internationalen Registers für Pferdeosteopathen (IREO) entspricht. Seit der Gründung in Obspringen im Jahr 2008 hat Janek Vluggen mehr als 400 Schüler aus der ganzen Welt zum Pferdeosteopathen gemäß dem internationalen Register EDO ausgebildet, in Obspringen und in einer weiteren Schule, die er inzwischen in Texas unterhält.

Darüber hinaus ist er ein weltweit gefragter Experte, der für die Behandlung von Pferden weite Reisen auf sich nimmt.

Flaggen aus aller Herren Länder zierten übrigens nicht nur das Vluggen-Institute, ein zuvor rein landwirtschaftlich genutzter Hof, sondern auch ein ehemaliges Gebäude einer landwirtschaftlichen Genossenschaft quasi gleich nebenan an der Ringstraße in Obspringen. Dort will Vluggen sein Institut jetzt weiterentwickeln zu einer anerkannten berufsbildenden Schule oder gar Hochschule.

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