Wegberg: Innovative Ideen beim Schülerwettbewerb „Stadt der Zukunft“

Wegberg: Innovative Ideen beim Schülerwettbewerb „Stadt der Zukunft“

Eine gute Idee alleine reicht nicht — viel Einsatz ist nötig.Und Durchhaltevermögen von Vorteil. Seit Dezember beschäftigt sich der Erdkunde-Leistungskurs des Maximilian-Kolbe-Gymnasiums unter der Leitung von Fachlehrer Guido Knippenberg mit dem Schülerwettbewerb der Zeitschrift Focus „Stadt der Zukunft“. Der Wettbewerb sucht nach innovativen Ideen für die Entwicklung der Städte in der Zukunft.

Eine zusätzliche Unterrichtsstunde pro Woche fällt dadurch für Louisa Becker, Tim Broschat, Paul Elkenhaus, Jonas Grabolle, Jan Erik Hansen, Philip Meyer, Carina Papantoniou, Lukas Rose, Paul Schlagheck, Till Siewert, Steffen Vogel und Kirsten Wagner an. Für die Teilnahme am Wettbewerb haben sie sich von ihrem Lehrer begeistern lassen und gemeinsam überlegt, was sie zum Thema beitragen könnten. „Müll war relativ schnell ein Thema“, erinnert sich Lukas Rose.

Ein wenig aufgeregt hat sich der gesamte Kurs in der Aula versammelt. Heute werden sie ihren Vorschlag dem Juror des Focus präsentieren, Professor Harald Jaques von der Fachhochschule Düsseldorf. „Die Footprinter“ — unter diesem Namen nimmt der LK am Wettbewerb teil — versuchen, das Müllproblem und die Wohnungsnot in den Großstädten der Entwicklungsländer zu bekämpfen. Die gewaltigen Müllberge sollen recycelt werden, um Bausteine für Häuser zu produzieren — „vom Müll zum Haus“. Sorgfältig ist die Ausgangssituation analysiert worden, und die Präsentation ist mit Zahlen unterlegt. 92 Kilogramm Plastikmüll pro Kopf und Jahr fallen in Westeuropa an — in Afrika sind es „nur acht Kilo“. Aufgrund fehlender Infrastruktur sind die Müllberge in den Entwicklungsländern aber — anders als bei uns in Westeuropa — praktisch nicht zu beherrschen.

Die „Footprinters“ schlagen vor, den Müll vor Ort zu sammeln, sorgfältig zu trennen, zu Granulat zu schreddern und durch Spritzguss zu einem Stein zu formen, der einem riesigen Legostein ähnelt. Den Prototypen des Steines hat ihr Kooperationspartner die Firma Formzeug, Wegberg, hergestellt. Und der Stein hat einen Namen: „Myles“. Ein Kunstwort „zusammengesetzt aus my (für mein) undMilestone (für Meilenstein)“, erklärt Rose. Mit einem ansprechenden kleinen Werbesport wird der Stein beworben — auch das gehört zum Wettbewerb.

Natürlich wirft die neue Idee Fragen auf: Wie kann die Müllsammlung organisiert werden? Dünstet der Stein gefährliche Stoffe aus? Inwieweit greifen Recycling und Produktion in den Wirtschaftskreislauf des betroffenen Landes ein? Wie lange hält der Stein? Noch sind nicht alle Fragen abschließend zu beantworten. Aber die Präsentation vor dem Gutachter ist ja auch nur ein Zwischenschritt. Denn Projektverlauf und Ergebnisse sind auf einer Website zu präsentieren, die zur Zeit aufgebaut wird. Außerdem wird das Projekt für die Jury dokumentiert. Ein Abschlussbericht wird von der Idee über die Inhalte und Ergebnisse informieren. Der Gewinner darf sich auf eine Reise für die gesamte Gruppe in die chinesische Megacity Peking freuen.