Informationen rund um die Mühlen im Kreis Heinsberg

Deutscher Mühlentag : Alles über Müller, schwere Steine und pfiffigen Konstruktionen

Was früher mit Hilfe der Kraft von Wasser und Wind sowie mit einer ausgeklügelten Technik in den Mühlen der Region so alles gemahlen oder gepresst wurde, davon konnten sich die Besucher am Montag in mehreren Mühlen der Region anlässlich des Deutschen Mühlentags überzeugen.

Die Tradition der sogenannten Handwerksmüllerei in Wind- oder Wassermühlen war erst Ende vergangenen Jahres von der deutschen UNESCO-Kommission und der Kultusministerkonferenz in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

 Dabei lohnte der Besuch in den Mühlen natürlich auch für alle, die sich am Pfingstmontag mehr oder weniger regelmäßig auf Besichtigungstour begeben, denn Mühlenbesitzer, Vereinsmitglieder und Freiwillige Müller präsentierten stolz ihre neuen Arbeiten aus dem vergangenen Jahr. So haben zum Beispiel die Mitglieder des Vereins Historische Mühlen im Selfkant die Hebevorrichtung für den rund 1200 Kilo schweren Läuferstein in der Waldfeuchter Windmühle wieder in Gang gebracht. Dank einer pfiffigen Konstruktion lässt sich der mehr als eine Tonne schwere Stein mithilfe eines breiten Lederbandes ganz leicht heben oder senken. So habe der Müller in früheren Zeiten die Korngröße des Mehls bestimmt, so Josef  Vraetz, der Geschäftsführer des Vereins.

Davon beeindruckt war auch Mirjam Plooij. Die Niederländerin, die aus Amsterdam stammt und in Frankfurt lebt, machte als „Zipfelreisende“ nach Besuchen in Görlitz im Osten und Oberstdorf im Süden für ein paar Tage im Selfkant Urlaub und hatte sich hier bereits ihren dritten Stempel abgeholt.

 Neben der Mühle in Waldfeucht präsentierte der Verein auch die Windmühlen in Breberen, Haaren und Kirchhoven-Lümbach. Kombinieren ließ sich der Besuch hier mit einer Fahrt im sogenannten Mühlenexpress, einem Oldtimer-Bus aus dem Jahr 1953. Er fuhr vom Bahnhof der Selfkantbahn in Schierwaldenrath für eine Stunde zu den Windmühlen in Waldfeucht und Breberen mit Gelegenheit zur Besichtigung.

In Wegberg konnten Mühlenfreunde die abgeschlossene Außenrenovierung der Tüschenbroicher Kornmühle in Augenschein nehmen.

Weiter lohnte hier ein Besuch der Schrofmühle in Rickelrath, der einzigen voll funktionsfähigen Wassermühle am Niederrhein. Hier erlebten die Besucher live, wie mithilfe der Wasserkraft und des hölzernen Räderwerks aus dem 18. Jahrhundert Korn gemahlen und Leinöl ausgepresst wurde.

Interessant war hier auch die Ausstellung „Wegberg – Im Tal der Mühlen“ mit Informationen über die mehr als 20 Wegberger Mühlen.

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