Heinsberg: In Heinsberg gefundene Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft

Heinsberg : In Heinsberg gefundene Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft

Der Zweite Weltkrieg bringt sich auch heute noch immer wieder in unliebsame Erinnerung. Erst vor wenigen Tagen war es der Fund einer 1000 Kilogramm schweren amerikanischen Fliegerbombe auf dem Gelände des ehemaligen Militär-Hauptquartiers (JHQ) in Mönchengladbach, der die Stadt Wegberg in Alarmbereitschaft versetzte.

Am Dienstag war es eine kleinere Variante, die in Heinsberg für Aufregung sorgte. Bei Sondierungsarbeiten des Kampfmittelräumdienstes wurde auf einer Wiese zwischen der Schafhausener Straße und dem Klevchen, wo demnächst ein neues Altenheim entstehen soll, eine fünf Zentner schwere englische Fliegerbombe gefunden.

„Um 9.35 Uhr ging die Meldung bei uns ein“, erklärte Alexander Reiners, Leiter des Heinsberger Ordnungsamtes. Man habe sich sofort mit der Polizei und mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst ausgetauscht. Sehr schnell sei klar gewesen, dass für die Zeit der Entschärfung ein Gebiet im Umkreis von 300 Metern um den Fundort geräumt werden musste. Betroffen davon waren rund 2000 Menschen.

Dies bedeutete nicht nur für die Schüler der nahen Realschule einen frühen Schulschluss. Bevor kurz vor 13 Uhr die Entschärfung des Sprengkörpers begann, mussten Mitarbeiter der Stadt Heinsberg sowie Kräfte von Feuerwehr und Polizei zahlreiche weitere Gebäude an der Schafhausener Straße, der Siemensstraße, der Robert-Bosch-Straße, der Martin-Luther-Straße und an der Straße Genhof evakuieren. Dazu gehörten auch dass Hallenbad, das Jobcenter, das Amtsgericht, die Arbeitsagentur und eine Rechtsanwaltskanzlei.

Schnell wurden auch Sperrpunkte für den Fahrzeug- und Fußgängerverkehr eingerichtet an der Siemensstraße, der Carl-Severing-Straße, der Schafhausener Straße, der Martin-Luther-Straße und im Bereich der Mehrzweckhalle in Schafhausen. Ab 12 Uhr wurde auch die Bundesstraße 221 zwischen der Auffahrt Karl-Arnold-Straße und der Auffahrt Schleiden gesperrt. Im Einsatz war neben den örtlich zuständigen Kräften auch eine Einsatzhundertschaft der Polizei aus Aachen.

In der Mehrzweckhalle in Schafhausen wurden die evakuierten Personen ebenso aufgenommen und versorgt wie in der Turnhalle an der Realschule. Helfer des Deutschen Roten Kreuzes bauten in Schafhausen ein Zelt auf und wärmten für die hier gestrandeten Menschen eine Erbsensuppe auf. Dazu gehörte auch Carsten Lambertz, der an der Straße Genhof wohnt. Er sei gerade dabei gewesen, den beim Neubau der Terrasse angefallenen Bauschutt in einen Container zu befördern, als er sein Haus habe verlassen müssen, erzählte er.

Nach ersten Einschätzungen sollten die getroffenen Maßnahmen bis etwa 15 Uhr andauern. Doch schon wenige Minuten nach Beginn der Entschärfung teilte der Pressesprecher des Kreises Heinsberg mit, dass die Entschärfung der Bombe erfolgreich durchgeführt worden sei.

Die in rund 2,20 Meter Tiefe gefundene Bombe habe nur einen Heckzünder gehabt, der sich leicht habe entfernen lassen, berichtete Fritz Pütz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf, der zusammen mit seinem Kollegen Holger Jacobi nach Heinsberg gekommen war. „Manche haben zwei Zünder, aber diese hier hatte nur einen“, sagte er. Für die Zeit der Entschärfung und Bergung der Bombe hatte die Feuerwehr rund um den Fundort das Grundwasser abgepumpt.

Gefunden hatte die Bombe zuvor Helmut von St. Vieth von einem Spezialunternehmen für Kampfmittelsuche und -beseitigung. Das künftige Baugelände sei mit einem Traktor befahren worden, an dem sich Sonden befunden hätten, erläuterte er seine Vorgehensweise. Die ermittelten Daten seien dann bei der Bezirksregierung ausgewertet worden.

Zurückbekommen habe er für die Wiese in Heinsberg eine Liste mit 141 „Verdachtsmomenten“, die lokalisiert und aufgegraben worden seien. Verdachtsmoment Nummer 36 habe sich als die Fliegerbombe bestätigt. Neben der Bombe sei zudem eine Granate gefunden worden.