Heinsberg/Erkelenz: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen: Die Region kränkelt

Heinsberg/Erkelenz: Husten, Schnupfen, Halsschmerzen: Die Region kränkelt

Die Zahl der Grippeerkrankungen ist deutlich angestiegen: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin wurden in der vierten Januarwoche mehr als 1700 Neuansteckungen registriert. In der Vorwoche waren es noch 1253 Neuinfektionen. Derzeit ist vor allem Norddeutschland von der Influenza betroffen. Wir aber auch.

Hans Kühle, Inhaber der Hirsch-Apotheke in Erkelenz und Sprecher der Apotheker im Kreis Heinsberg, bestätigt „einen hohen Wert“. Das sei jedoch für die Jahreszeit nicht unbedingt ungewöhnlich. „Ja man merkt es natürlich. Jeder, der rein kommt, sagt, er habe die Grippe. Dort muss man jedoch ganz klar zwischen einer Erkältung und einer Grippe differenzieren“, erklärt Kühle. Wer unter Husten, Schnupfen und Halsschmerzen leide, habe eine Erkältung. Komme dann noch Fieber hinzu, wird es eine Grippe sein. „Die Erkältungskrankheiten kommen in höherer Anzahl vor“, sagt er.

Dass der Schub nach Karneval komme, sei auch „nicht unbedingt ungewöhnlich“. In jedem Fall habe er schon schlimmere Grippewellen erlebt, sagt er. Medikamente seien lieferbar und nach wie vor vorrätig. Auch die Marien-Apotheke in Heinsberg, die am vergangenen Wochenende Notdienst hatte, verzeichnete deutlich mehr Betrieb als sonst. Die Patienten seien vermehrt von der Notfallpraxis geschickt worden. Die Tendenz zu Grippeerkrankungen sei bereits am Samstag erkennbar gewesen. Das bestätigt Apothekerin Andrea Münter von der Sternapotheke in Baal: „Wenn wir normalerweise 20 Grippepatienten am Tag haben, sind das zurzeit etwa 50. Das ist Wahnsinn!“

Dr. Ursula Heesen, Allgemeinmedizinerin aus dem Selfkant, verlängert zudem ihre Sprechstundenzeit. „Wir müssen länger arbeiten“, sagt sie, „um allen Patienten gerecht zu werden“. Die Anzahl der Erkrankungen sei wesentlich höher als sonst. „Momentan ist es arg viel“, sagt sie. Dabei handele es sich jedoch ebenfalls vermehrt um Erkältungen — nicht unbedingt um die Grippe. Man könne sich zudem, sagt sie, leider nicht unbedingt vor einer Ansteckung schützen. „Vitamin C tut immer gut, aber eine Gewähr gibt es nicht. Entweder ist das Immunsystem stark genug. Oder aber nicht.“ Zudem rät sie, sich häufig die Hände zu waschen, Türklinken nach Möglichkeit nicht zu häufig anzufassen. Und wer es ganz ernst meint, könne natürlich auch einen Mundschutz tragen.

Der Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI) in Bielefeld hat ein ganz unmedizinisches Rezept parat: Der Verzicht auf einen Händedruck zur Begrüßung kann ebenfalls vor der Grippe schützen: Mit dem Händedruck werden Viren übertragen und verteilen sich auf Türgriffen, Telefonhörern oder Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln.

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