Hundefreunde bringen Blatt "Erkelenz soll picobello" heraus

Aktion für Hundebesitzer : Erkelenz soll picobello bleiben

Die Hinterlassenschaften von Hunden sind ein Ärgernis. Und das nicht nur, wenn man hineintritt. Das finden auch die Hundehalter. Nun hat eine Gruppe Erkelenzer Hundefreunde gemeinsam mit der Stadtverwaltung das Faltblatt „Erkelenz soll picobello bleiben“ herausgebracht, in dem für mehr Sauberkeit geworben wird.

Das Faltblatt „Erkelenz soll picobello bleiben“ richtet sich an Hundehalter und enthält Informationen zu den Standorten der 25 Hundekotbeutel-Spender im Stadtgebiet. Darüber hinaus wartet es mit Fakten auf, die helfen sollen, den Hundebesitzer zur Nutzung eines Kotbeutels zu bewegen. Einige der Beutelspender wurden auf Anregung der Hundefreunde aufgestellt, die bei Facebook die Gruppe „Hundefreunde Erkelenz“ gegründet haben. Mittlerweile hat die Gruppe rund 1300 Mitglieder, wie Gründerin Petra Kanters betont. Sie und ihre Mitstreiter ärgern sich sehr über die Hinterlassenschaften der Hunde an den Wegrändern. Oftmals entsorge sie diese zusammen mit den Haufen ihres eigenen Hundes, erklärt sie.

Bei Ordnungsamtsleiter Dieter Stumm und seiner Kollegin Kathtrin Walbrecht stießen Kantus und ihre Mitstreiter auf offene Ohren. Denn sie wissen, dass die Hundehaufen nicht nur ein Ärgernis darstellen, sondern auch eine gesundheitliche Gefährdung für andere Hunde und Menschen. Parasiten wie Spul- oder Bandwürmer können durch den Kot übertragen werden, wenn man damit in Berührung kommt. „Ein Hundehaufen braucht zwei bis drei Monate, bis er verrottet ist“, weiß Stumm. Darüber hinaus können Hundebesitzer, die den Kot nicht wegräumen, mit einem Ordnungsgeld von derzeit 35 Euro belegt werden. „Das kann noch teurer werden“, weiß Stumm, denn die Gebührensätze werden gerade überarbeitet. In einigen Kommunen würden bereits bis zu hundert Euro Bußgeld für einen hinterlassenen Haufen verlangt.

Angesprochene Hundehalter reagierten oftmals uneinsichtig oder würden aggressiv, berichtet Kantus. Andere redeten sich damit heraus, die Beutel vergessen zu haben oder zu weit von einem Mülleimer entfernt zu sein, in dem der Beutel entsorgt werden kann. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist auch, dass mit dem Entrichten der Hundsteuer auch für die Beseitigung der Hundehaufen bezahlt werde.

Dem widerspricht Stumm entschieden. „Die Hundesteuer ist eine Abgabe ohne Gegenleistung“, betont er. Sie berechtige nicht dazu, anderen die Entsorgung des Drecks aufzubürden. Die Anzahl der Mülltonnen, in die ein Hundekotbeutel von Herrchen oder Frauchen entsorgt werde kann, ist mittlerweile gerade entlang der bekannten Gassirouten erhöht worden. Ebenso wie für die Beutelspender können beim Bezirksausschuss Vorschläge für die Aufstellung gemacht werden, erläutert Stumm.

Die erste Beutelspenderstation wurde vor fünf Jahren in Betrieb genommen. Seitdem ist ihre Zahl stetig angewachsen. Die mittlerweile 25 Stationen im Erkelenzer Stadtgebiet werden jährlich mit insgesamt 350.000 Beuteln bestückt, die den Hundehaltern kostenlos zur Verfügung stehen. Dadurch entstehen jährliche Kosten in Höhe von über 2400 Euro. Diese Kosten werden unter anderem über die Müllgebühren und den Haushaltsposten für öffentliche Sicherheit und Ordnung gedeckt. Die Beutel sind auch im Handel frei erhältlich und gehören nach Ansicht von Kanters und ihren Mitstreitern bei jeder Gassirunde zur Grundausrüstung.

Auf Anregung der Facebook-Gruppe wurden bereits neue Stationen an häufig benutzten Wegen aufgestellt, führt Kathtrin Walbrecht vom Ordnungsamt aus. So zum Beispiel in Gerderhahn, an der Burg und am Bahnhof. Auch sie lobt die Zusammenarbeit mit den organisierten Hundefreunden. Diese wollen das Faltblatt nun unter die Hundehalter bringen und für mehr Sauberkeit im Straßenbild werben. Auch in der Stadtverwaltung werden die Informationen verteilt.

In Erkelenz gibt es rund 4300 Hunde, von denen jeder durchschnittlich dreimal pro Tag einen Haufen produziert. Das addiert sich im Jahr insgesamt auf rund drei Tonnen.

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