Hückelhoven: SPD-Fraktion rückt von Bauplänen für L364n ab

Ortsumgehung Hückelhoven : SPD-Fraktion rückt von Bauplänen für L364n ab

Die Nachteile der Ortsumgehung Hückelhoven „überwiegen sehr deutlich“, so die SPD. Die Genossen fordern die anderen Fraktionen im Rat auf, die Verwaltung zu beauftragen, das Vorhaben möglichst zu stoppen.

Gegen den Bau der L364n formiert sich weiterer Widerstand. Nachdem sich bereits im Oktober eine Initiative formierte, die per Online-Petition den sofortigen Baustopp fordert, rückt nun auch die Hückelhovener SPD von dem Bauprojekt ab. Das teilte Fraktionsvorsitzender Jörg Leseberg am Mittwoch mit: „Die Nachteile überwiegen sehr deutlich.“

Die Genossen im Hückelhovener Rat sind der Ansicht, dass sich die „Grundlagen der weit über 20 Jahre zurückliegenden Planungen drastisch verändert“ haben. Zu diesem Ergebnis sei die Fraktion auch gekommen, „nachdem wir noch im Spätsommer vergeblich versucht haben, den zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW von der Notwendigkeit, geeignete Lärmschutzmaßnahmen für die Wohnbebauung einzuplanen“ zu überzeugen.

Den einzigen Vorteil, den die Sozialdemokraten der Ortsumgehung Hückelhoven abgewinnen, ist, dass die Dinstühler Straße, der Markt und die Gladbacher Straße bis hin zur Autobahnanschlussstelle „teilweise entlastet“ werden. Negativ bewerten sie unter anderem, dass das Waldstück am Junkerberg durchschnitten wird, dass es keinen Lärmschutz für die Anwohner geben soll und dass die Straße negative Auswirkungen auf den Waldkindergarten hat. Kritisch sieht Leseberg auch die Situation in Doveren (siehe Infobox) und den Verlauf von geplanten Wirtschaftswegen. Die SPD fordert deshalb, die Planungen gemäß heutigen Kriterien zum Beispiel durch Berücksichtigung von Umweltaspekten zu aktualisieren und die Festlegungen zu überprüfen.

Und solange nicht klar ist, dass die L364n als Ortsumgehung Hil-
farth weitergebaut wird, ergebe der erste Bauabschnitt „wenig Sinn“, da der Verkehr von und nach Hil-
farth, Brachelen und Lindern weiterhin die Dinstühler- und Gladbacher Straße nutzen würde. „Für den Weiterbau beginnt gerade erst die Planung. Es gibt noch keine Trasse. Es wird unserer Meinung nach noch etwa zehn Jahre dauern, bis ein Weiterbau erfolgen kann“, so Leseberg. Und wenn das Gewerbegebiet Lindern irgendwann einmal über die L364n an die Autobahn angeschlossen ist, dann rolle der gesamte Verkehr ohne Schallschutz an den Anwohnern in Hückelhoven vorbei.

Die SPD fordert die übrigen Fraktionen im Rat nun auf, „per Beschluss die Verwaltung zu beauftragen, alle erdenklichen und rechtlichen Maßnahmen zu ergreifen, das Bauvorhaben in seiner jetzigen Form zu stoppen“. Zumindest bis eine Ortsumgehung Hilfarth gesichert ist und eine Kosten-Nutzen-Analyse „glaubhaft machen kann, dass der große Natur- und Ressourcenverbrauch gerechtfertigt ist“, so Leseberg.

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