Hückelhoven: Grundschüler gehen für die Umwelt auf die Straße

Grundschule An der Burg : Grundschüler gehen für die Umwelt auf die Straße

Im Unterricht sprechen die Schüler der Grundschule An der Burg über Insektensterben, Müll und Luftverschmutzung – und was man dagegen tun kann. Auf dem Hückelhovener Wochenmarkt teilen sie ihr Wissen mit den Passanten.

„Willst du auch was über Bienen wissen?“, fragt die neunjährige Melisa Passanten auf dem Hückelhovener Wochenmarkt. Und wenn Melisa, die mit ihren Klassenkameraden Hamdiye, Rascha, Lea, Max und Mert aus der Klasse 4c der Grundschule An der Burg zusammen mit Lehrerin Anke Förster unterwegs ist, mit ihrem umwerfenden Charme jemanden so fragt, dann sagt niemand Nein. „Also“, sagt Melisa, „Bienen sind wichtige Helfer für alle.“ „Ohne Bienen gibt’s keine Bäume, keine Blumen und auch kein Obst“, ergänzt Lea. Und wenn Melisa dann auch noch eines der selbst gebastelten und bemalten Tütchen mit dem „Blumenmix für Bienen“ anbietet, dann zücken die so nett Angesprochen ihre Geldbörse und stecken einen Obolus in die – natürlich auch selbst gebastelte – Sammeldose.

Die Kinder wissen so gut Bescheid, weil sie sich seit Mittwoch im Rahmen einer Projektwoche zum Thema „Prima Klima“ mit dem Thema „Umweltschutz – und was kann ich dafür tun“ beschäftigt haben. Und am Freitag sind sie auf den Wochenmarkt rund ums Rathaus in Hückelhoven gegangen, um der Öffentlichkeit von ihren Arbeitsergebnissen zu erzählen.

Natürlich passt die Aktion sehr gut in die mittlerweile in ganz Europa Nachahmung findende Aktion „Friday for Future“ der 16-jährigen Schwedin Greta Thunberg. Aber da wackelt Schulleiter Dirk Gröbert sofort mit dem Finger: „Hier findet heute keine Demo statt, wie wir es von der ,Friday for Future‘-Bewegung kennen“, sagt er. Dem, was die Mädchen und Jungen der Grundschule an der Burg auf dem Hückelhovener Wochenmarkt veranstalten, liege „ein strukturiertes pädagogisches Konzept“ der Lehrkräfte zugrunde. „Die Vorschläge und Hinweise für mehr Umweltbewusstsein, die die Kinder in der Projektwoche erarbeitet haben und hier verteilen, drücken aus: Nicht nur Friday for Future, sondern Every Day for Future!“, betont Gröbert.

Was die Grundschüler gelernt haben, wollen sie weitergeben. Deshalb waren sie gestern mit ihrer Lehrerin auf dem Markt unterwegs. Foto: Ingo Kalauz

Den Kindern ist es allerdings schnurzegal, wie die Schulleitung ihre Aktion mit Blick auf die Politik umschreibt: Sie haben sich drei Tage lang mit Insektensterben, Müllvermeidung, Luftverschmutzung, Energie sparen und Plastikmüll im Unterricht beschäftigt. Und obwohl sie erst Grundschüler sind, haben Melisa, Lea und ihre Mitschüler offenbar erkannt, dass man für die Umwelt und damit auch für das Klima was tun muss.

Die Klassen 3 der Grundschule An der Burg haben das übrigens ganz wörtlich genommen und praktiziert: Zusammen mit ihrer Lehrerin Angela Dietel sind sie seit Mittwoch im Stadtgebiet unterwegs gewesen und haben bei Wind und Wetter rumliegenden Müll aufgesammelt.