Hückelhoven: Bahnhof Baal bleibt eine Baustelle

Nach Bahnsteig-Panne : Bahnhof Baal bleibt eine Baustelle

Die Züge rollen nach der Baupanne im vergangenen Jahr in Baal wieder regulär. Damals hatte eine 15-Zentimeter-Lücke aufwendige Nacharbeiten notwendig gemacht. In diesem Jahr folgen weitere Arbeiten, die auch Sperrungen mit sich bringen.

Diesmal ist das Problem am Bahnhof in Baal nicht hausgemacht. Fast 50 Minuten Verspätung hat der RE4 nach Aachen, der eigentlich um 14.08 Uhr in Richtung Aachen fahren sollte. Am Montag ist einfach kein guter Tag zum Bahnfahren. Zu heftig waren die Auswirkungen von Sturmtief „Eberhard“. Wer am Montag in NRW auf der Schiene unterwegs ist, braucht viel Zeit und starke Nerven. Da geht es auch den Bahnpendlern, die im kalten Wind auf dem Bahnsteig in Baal warten, nicht besser.

Eigentlich läuft der Verkehr in Baal aber wieder regulär. Die Züge halten dort wieder. „Die Gleisarbeiten am Bahnhof Hückelhoven-Baal sind seit Dezember 2018 abgeschlossen. Nacharbeiten waren und sind in der Folge nicht nötig“, teilt ein Sprecher der Bahn auf Anfrage unserer Zeitung mit. Man muss diese Aussage jedoch einordnen: Denn bis Dezember waren am Bahnhof in Baal immer wieder Arbeiten nötig, damit er wieder von allen Zügen bedient werden kann. Verzögerungen und eine dicke Baupanne sorgten für reichlich Frust bei den Pendlern in Baal.

Ende des vergangenen Jahres war der Bahnhof wegen einer 15-Zentimeter-Lücke in die Schlagzeilen geraten: Der Bahnhof in Baal wurde wie acht weitere Bahnhöfe auf der Strecke Aachen-Mönchenglabach seit dem Sommer RRX-tauglich gemacht. Der neue Regionalzug, der ab Dezember 2020 auf dieser Strecke fahren soll, benötigt zum barrierefreien Einstieg einen Bahnsteig, der 76 Zentimeter hoch und mindestens 215 Meter lang ist. Da das auf die wenigsten Bahnsteige zutrifft, mussten Arbeiter anrücken. So auch in Baal. Wegen eines verschobenen Vermessungspunktes bauten die Arbeiter den Bahnsteig aber zu weit weg von den Gleisen: Zwischen Zugtür und Bahnsteig klaffte eine 15-Zentimeter-Lücke. Wegen Sicherheitsbedenken der Bahn durfte deshalb bis Dezember kein Zug in Fahrtrichtung Mönchengladbach in Baal halten. Die 15-Zentimeter-Lücke wurde zum echten Hindernis.

An Bahnsteig, Aufzug und Treppe am Bahnhof Baal sind noch Arbeiten nötig, wofür die Strecke noch einmal gesperrt werden muss. Foto: ZVA/Daniel Gerhards

Um das Problem zu lösen, ließ die Bahn mehr Schotter in das Gleisbett kippen, neigte damit die Gleise, so dass der Zug näher an den Bahnsteig heranrückt. Diese Neigung des Zuges soll nach Auskunft des Bahnsprechers für die Fahrgäste so gut wie nicht zu spüren sein. Auch die Oberleistungen mussten Angepasst werden. Kostenpunkt? Dazu macht die Bahn keine Angaben.

Immer noch unklar ist derweil, wann die Arbeiten am Bahnhof Baal abgeschlossen sind. Denn auch wenn nun wieder alle Züge in Baal halten, ist der Bahnhof in Teilen immer noch eine Baustelle. Hinter Bauzäunen liegen noch Schotterhaufen, Gerüstteile und dicke Holzbohlen. „Das bisher provisorische Treppengeländer am Bahnhof Hückelhoven-Baal wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2019 fertiggestellt“, so der Bahnsprecher. Der Treppenaufgang werde in Zukunft nur noch von einer Seite aus möglich sein, auf der anderen Seite soll ein Aufzug eingebaut werden. Bislang sind die Bahnsteige am Bahnhof in Baal ausschließlich über eine Treppe zu erreichen.

Dort oben an den Gleisen ist aber auch noch einige Arbeit übrig geblieben: „In den abgesperrten Bahnsteigbereichen werden Fertigteilplatten eingebaut. Diese Arbeiten können nur unter ausgeschalteter Oberleitung erfolgen und sind somit abhängig von Sperrpausen“, so der Bahnsprecher.

Nach der monatelangen Hängepartie im vergangenen Jahr ist also eine erneute Sperrung notwendig, um die Arbeiten abzuschließen. „Zurzeit befinden wir uns in intensiven Gesprächen mit der für Sperrpausen verantwortlichen Baubetriebsplanung. Analog verhält es sich mit dem Einbau und der Fertigstellung des Aufzugs: Auch für diese Arbeiten sind Sperrpausen zwingend erforderlich“, so der Bahnsprecher. Da noch nicht feststehe, wann die Strecke gesperrt wird, sei auch noch nicht klar, wann die Arbeiten abgeschlossen werden können.

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